MOTOR SUR

Trucos | Consejos | Comentarios

Warum Erzählen Alte Menschen Immer Das Gleiche?

Warum Erzählen Alte Menschen Immer Das Gleiche
Darum erzählen alte Menschen häufig das Gleiche –

Im Alter nimmt das Kurzzeitgedächtnis ab, gleichzeitig wird die Vergangenheit lebendiger. Dies führt dazu, dass ältere Menschen oft immer wieder dieselben Geschichten erzählen.Diese Geschichten sind für den Menschen, der sie erzählt, von grosser emotionaler Bedeutung.Ältere Menschen erleben weniger im Alltag als früher. Denn ihre Möglichkeiten, am sozialen Leben teilzunehmen, sind durch körperliche oder geistige Einschränkungen eingeschränkt. So greifen sie auf die Vergangenheit zurück, wenn sie etwas erzählen wollen.

Wie kann man die Situation verbessern, damit ältere Menschen sich nicht bedrängt fühlen und ein Dialog entstehen kann oder möglich bleibt? «Es ist sehr hilfreich, sich in die Mutter oder den Vater hineinzuversetzen», so Rolf Jud. «Was fühlt der ältere Mensch? Welche Bedürfnisse stecken dahinter?» Fragen dieser Art fördern das Verständnis.

eigene Sorgen ausdrücken und eine Bitte aussprechen – zum Beispiel so: «Du bist ein wichtiger Mensch für mich und ich möchte, dass es dir gut geht. Wenn du aber auf die Leiter steigst, habe ich Sorge, dass du herunterfallen und dich verletzen könntest. Bitte lass uns nach anderen Wegen suchen, wie die Sträucher im Garten in Zukunft beschnitten werden können.»Ihren Eltern Hilfe anbieten, ohne sie zu bevormunden. Zum Beispiel so: «Sag mir gern Bescheid, wenn du einen Rat von mir möchtest.»auf Forderungen verzichten, denn Forderungen setzen ältere Menschen unter Druck.

«Das erfordert viel Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen und Respekt vor dem Gegenüber», sagt Rolf Jud. Doch es lohnt sich, denn es entsteht ein entspanntes Gespräch. In einer solchen Atmosphäre können auch schwierigere Probleme gelöst werden, zum Beispiel wenn die Mutter zu Hause kaum noch zurechtkommt und die Frage im Raum steht, ob ein Umzug in eine Institution mit oder in ein sinnvoll ist.

Warum erzählen alte Menschen immer von früher?

Erinnerungen an dunkle Zeiten : Opa erzählt vom Krieg – warum die Vergangenheit im Alter so präsent ist

E-Mail Teilen Mehr Twitter Drucken Feedback Fehler melden Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte markieren Sie die entsprechenden Wörter im Text. Mit nur zwei Klicks melden Sie den Fehler der Redaktion. In der Pflanze steckt keine Gentechnik Aber keine Sorge: Gentechnish verändert sind die

Am längsten erinnern sich Alzheimer-Patienten an Episoden von „damals». Aber auch geistig gesunde Senioren denken plötzlich wieder intensiv an ihren ersten Kuss oder an den Hunger währen der letzten Kriegsmonate. Experten schreiben dem Phänomen eine wichtige psychologische Funktion zu.

  1. Die mit einem Symbol oder Unterstreichung gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links.
  2. Ommt darüber ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision – ohne Mehrkosten für Sie! Mehr Infos Im Alter wird es für Menschen immer schwerer, neue Informationen zu speichern.
  3. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach.

Das Langzeitgedächtnis wird dafür aktiver. Längst vergessene, Psychologen würden sagen: verdrängte, Erlebnisse aus der Vergangenheit kommen hoch. Sie sind oft so präsent, als wäre es gestern gewesen. „Ich hatte da ein weit schwingendes Kleid mit gelben Blümchen an, in dem ich mir sehr schick vorkam», erinnert sich die 80-Jährige an ihren ersten Tanzabend.

Und wundert sich dann selbst: „Ich weiß gar nicht, warum mir das jetzt gerade eingefallen ist.» Reinhard Lindner, Professor für soziale Therapie an der Universität Kassel und Leiter der Arbeitsgruppe Psychosomatik der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), wundert das keineswegs: „Die eigene Identität hängt an der Erinnerung.

Wer sich dabei an schöne Situationen aus Kindheit und Jugend erinnert, kann damit das Hier und Jetzt kompensieren mit all den Einschränkungen des Alters.»

Wie äußert sich Demenz am Anfang?

Diagnose Demenz: Krankheitsbild und Verlauf «Weg vom Geist» oder «ohne Geist» – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs «Demenz» aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung bis hin zum Verlust dergeistigen Fähigkeiten.

  • Am Anfang der Krankheit sind häufig Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört, im weiteren Verlauf verschwinden auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses.Die Betroffenen verlieren so mehr und mehr die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Eine Demenz ist jedoch weitaus mehr als eine Gedächtnisstörung.

In ihrem Verlauf kommt es auch zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Auffassungs- und Denkvermögens sowie der Orientierung. Somit erschüttert eine Demenzerkrankung das ganze Sein des Menschen – seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben.

  1. Für Demenzerkrankungen wird eine Vielzahl verschiedener Ursachen beschrieben.
  2. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären und sekundären Formen der Demenz.
  3. Sekundäre Demenzen sind Folgeerscheinungen anderer Grunderkrankungen, wie etwa Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangelzustände und chronische Vergiftungserscheinungen durch Alkohol oder Medikamente.

Diese Grunderkrankungen sind behandelbar und zum Teil sogar heilbar. Somit ist häufig eine Rückbildung der Symptome der Demenz möglich. Zur Abgrenzung und rechtzeitigen Behandlung dieser Demenzerkrankungen ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.

Allerdings macht dies nur etwa zehn Prozent aller Krankheitsfälle aus. Bis zu 90 Prozent entfallen auf die primären und in der Regel unumkehrbar („irreversibel») verlaufenden Demenzen. Schätzungen zufolge ist die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent die häufigste irreversible Demenzform.

Mit etwa 20 bis 30 Prozent folgen die gefäßbedingten („vaskulären») Demenzen. Bei etwa 15 Prozent liegt eine Kombination beider Erkrankungen vor. Andere Demenzformen finden sich nur bei 5 bis 15 Prozent der Erkrankten.

    Die Alzheimer-Demenz ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, in deren Verlauf zerebrale Nervenzellen unumkehrbar zerstört werden. Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Es lassen sich jedoch grundsätzlich drei Stadien feststellen, die fließend ineinander übergehen. Von den ersten Symptomen bis zum Tod dauert es je nach Diagnosestellung zwischen drei und zehn Jahre. Dabei wird die zu erwartende Krankheitsdauer immer geringer, je später im Leben die Erkrankung eintritt. Charakteristisch ist ihr schleichender, nahezu unmerklicher Beginn. Anfangs treten leichte Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Hinzu kommen erste Sprachschwierigkeiten. Die Erkrankten benutzen einfachere Wörter und kürzere Sätze oder stocken mitten im Satz und können ihren Gedanken nicht mehr zu Ende bringen. Örtliche und zeitliche Orientierungsstörungen machen sich bemerkbar. Die Betroffenen werden antriebsschwächer und verschließen sich zunehmend Neuem gegenüber. In diesem Stadium nehmen die Erkrankten bewusst die Veränderungen wahr, die in ihnen vorgehen. Viele von ihnen reagieren darauf mit Wut, Angst, Beschämung oder Niedergeschlagenheit. Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Symptome unübersehbar, spätestens jetzt müssen Beruf und Autofahren aufgegeben werden. Bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperpflege, Toilettengang oder Essen und Trinken sind die Betroffenen zunehmend auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen. Kennzeichnend für dieses Stadium ist eine hochgradige Störung des Gedächtnisses – nahe Verwandte können nicht mehr namentlich benannt werden, das Zeit- und Ortsgefühl geht verloren und die Sprache wird undeutlich und inhaltsleer. Später können manche Menschen mit Demenz ihre Gefühle kaum noch kontrollieren, plötzliche Stimmungsschwankungen, Aggressionen und Depressionen nehmen zu. Im Spätstadium sind Demenz-Patientinnen und -Patienten vollkommen auf Pflege und Betreuung durch andere Personen angewiesen. Familienmitglieder werden nicht mehr erkannt, eine Verständigung mit Worten ist unmöglich. Vermehrt treten körper¬liche Symptome wie Gehschwäche und Schluckstörungen auf. Die Kontrolle über Blase und Darm nimmt ab. Vereinzelt kann es auch zu epileptischen Anfällen kommen. Bettlägerigkeit erhöht die Gefahr von Infektionen. Die Erkrankten versterben häufig an Komplikationen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung.

    Welche Verhaltensweisen zeigen ältere Menschen?

    Viele Menschen verändern im Alter ihr Verhalten. Wer beispielsweise früher aktiv und aufgeschlossen war, meidet plötzlich alle Kontakte und zieht sich zurück. Andere werden hingegen grundlos aggressiv und misstrauisch und entwickeln sogar Wahnvorstellungen.

    Warum jammern alte Menschen über alles?

    Hilfe von außen holen – Wenn alte Menschen schwierig werden, müssen Sie diese Situation nicht allein bewältigen. Holen Sie sich Hilfe von außen! Das kann eine dritte Partei sein, die in einem Gespräch als Vermittler wirkt – zum Beispiel ein guter Freund, ein Nachbar oder der Pfarrer.

    • Auch Ärzte, Therapeuten und Beratungsstellen können Sie unterstützen, wenn Ihre geliebten Menschen an ernsthaften Verhaltensstörungen leiden – beispielsweise aufgrund einer Demenz.
    • Denken Sie auch darüber nach, sich von professionellen Fachkräften bei der Betreuung älterer oder pflegebedürftiger Angehöriger helfen zu lassen.

    Reduziert sich die Belastung bei Ihnen, haben Sie wieder mehr freie Ressourcen, um auf Ihre geliebten Menschen einzugehen und eine schöne, entspannte Zeit mit ihnen zu verbringen. Mit dem individuellen Entlastungssystem der Promedica Alltagsbetreuung bieten wir Ihnen:

    eine qualifizierte Betreuungskraft innerhalb von 5 Werktage für schnelle Hilfe häusliche Rundum-Betreuung für Senioren, damit Sie sorgenfrei Ihrem Alltag nachgehen können24 Stunden am Tag telefonische Erreichbarkeit für dringende Fragen und Probleme

    Wir helfen Ihnen gerne und freuen uns, Sie individuell beraten zu dürfen!

    Warum hört man im Alter nicht mehr so gut?

    Altersschwerhörigkeit: Ursachen und Risikofaktoren – Wir hören hervorragend, wenn unsere Ohren und unser Gehirn (als Verarbeitungsapparat für die Signale aus dem Ohr) gesund und jung sind. Mit zunehmendem Alter leiden aber vor allem die sogenannten Haarzellen in den Ohren und können den Schall nicht mehr so gründlich verarbeiten wie in jungen Jahren.

    Warum erfinden Demenzkranke Geschichten?

    – Die folgende Beschreibung bezieht sich vor allem auf den typischen Verlauf einer Alzheimer Erkrankung. Bei der Alzheimer Krankheit sind die Nervenzellen im Bereich des Hippocampus, einem Hirnbereich, der für das Einprägen und Erinnern von Gedächtnisinhalten sehr wichtig ist, früh betroffen.

    Deshalb stehen Probleme des Kurzzeitgedächtnisses und des Lernens auch häufig am Anfang. Bei einer vaskulären (durchblutungsbedingten) Demenzerkrankung treten die Beeinträchtigungen zwar ähnlich im Verlauf auf, jedoch können je nach Schwerpunkt der Durchblutungsstörungen einzelne Symptome in anderer zeitlicher Abfolge auftreten und die geistige Verfassung kann stärkeren Schwankungen unterliegen.

    Zum Beispiel können Veränderungen der gefühlsmäßigen Verfassung und Wesensveränderungen oder Einschränkungen der Urteilsfähigkeit schon sehr früh auftreten, während Gedächtnisstörungen unter Umständen erst später zum Tragen kommen. Beginnt eine Demenzerkrankung verstärkt in vorderen Hirnarealen (Fronto-temporale Demenz), treten zu einem frühen Zeitpunkt häufig starke Sprachstörungen, Bewegungsunruhe und evt.

    Die im Folgenden beschriebenen drei Phasen der Erkrankung werden jeweils etwa im Verlauf von ein bis durchschnittlich drei Jahren durchlaufen. Am Beginn einer Alzheimererkrankung stehen meist Beeinträchtigungen in folgenden Bereichen im Vordergrund:

    dem Kurzzeitgedächtnis (sich an kurz Zurückliegendes erinnern), dem Lernen (sich etwas einprägen), der Orientierungsfähigkeit (sich räumlich und zeitlich zurecht finden), dem planvollen Handeln (etwas in der richtigen Reihenfolge und aufeinander abgestimmt zu tun), der Informationsverarbeitung (Informationen richtig aufnehmen, zuordnen und miteinander verknüpfen) und teilweise auch der Sprache (Wortfindungsstörungen).

    Meist beginnt das Nachlassen dieser Fähigkeiten schleichend. Zum Beispiel kann ein Überweisungsschein nicht mehr richtig ausgefüllt werden, obwohl man dies seither regelmäßig und häufig getan hat. Gewohnte kleine Reparaturen im Haus gelingen einem handwerklich geschickten Menschen nicht mehr oder eine erfahrene Hausfrau ist nicht mehr in der Lage, Gerichte zu kochen, die mehrere aufeinander abgestimmte Handlungsschritte erfordern.

    Typisch ist auch, dass ständig Dinge verlegt werden, Termine nicht mehr eingehalten werden können und die Orientierung in einer Umgebung, die nicht ganz vertraut ist, leicht verloren geht. Viele dieser Veränderungen sind anfangs für Laien schwer von einer altersgemäß nachlassenden Lern-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung zu unterscheiden.

    Auch ist eine häufige und durchaus plausible Erklärung für auftretende Vergesslichkeit und andere geistige Leistungseinschränkungen, dass der Betreffende momentan durch seelische Belastungen oder äußere Anforderungen gefordert oder beeinträchtigt ist.

    • Tatsächlich kann psychischer und geistiger Stress zeitweise zu deutlichen geistigen Einschränkungen wie Unkonzentriertheit und Vergesslichkeit führen.
    • Insbesondere ältere Menschen reagieren oft sehr deutlich auf Stresssituationen, da sie weniger geistige Reserven besitzen, um eine Stresssituationen auszugleichen.

    So kann z.B. ein Orts- und Wohnungswechselwechsel bei einem älteren Menschen zeitweise zu auffallender Desorientiertheit oder gar Verwirrtheit führen. Ebenso kann eine veränderte Lebenssituation etwa nach dem Tod des Partners große geistige Anpassungsleistungen erfordern.

    1. Auch emotionale Belastungen wie eine starke Trauerreaktion können zu geistigen Einschränkungen in der Art führen, dass die Gedanken einseitig nur um ein Thema kreisen und andere Dinge kaum aufgenommen werden.
    2. Bei einer ausgeprägten Depression kann als Begleitsymptomatik eine erhebliche Verlangsamung im Denken und hohe Unkonzentriertheit auftreten.

    Um zu entscheiden, ob bei einer Person seelische Belastungen zu den geistigen Beeinträchtigungen führen oder ob eine beginnende Demenzerkrankung dafür verantwortlich ist, muss der Rat eines erfahrenen und kompetenten Fachmanns eingeholt werden. Der scheinbar plötzliche Beginn einer Demenzerkrankung deutet häufig darauf hin, dass Krankheitsveränderungen und psychische Faktoren wie sie oben beschrieben wurden zusammenwirken.

    Eine beginnende Demenzerkrankung kommt oft lange Zeit nach außen hin nicht zum tragen, solange das Leben im gewohnten Rhythmus verläuft und keine besonderen Anforderungen gestellt werden. Dennoch auftretende Fehler und Beeinträchtigungen bleiben dann oft unbemerkt. Bei einer Veränderung im Leben, die es jedoch erforderlich macht, sich neu anzupassen und umzustellen oder wenn psychische Belastungen auftreten, werden die Grenzen der geistigen Leistungsfähigkeit offenkundig und die Krankheitssymptome treten auf.

    Zum Beispiel kann dies bei einem vorübergehenden im Krankenhaus der Fall sein. Der leicht erkrankten Person fehlt im Krankenhaus die Orientierung in der vertrauten Umgebung und der von zu Hause gewohnte Tagesablauf. Dies kann eine plötzliche Verwirrtheit und Desorientiertheit auslösen.

    1. Ommt die Person wieder nach Hause zurück, legen sich die Beeinträchtigung meist nach kurzer Zeit wieder.
    2. Auch der überraschende Tod des Ehepartners z.B.
    3. Kann neben den emotionalen Belastungen, die das Ereignis mit sich bringt, hohe geistige Anpassungsleistungen fordern, die ein leicht erkrankter Mensch dann nicht mehr bewältigen kann.

    Trauer über den verlorenen Menschen oder eine entstehende resignative Haltung können diese Schwierigkeiten verstärken. Oft übernahm auch schon zu Lebzeiten der verstorbene geistig rüstige Partner Schritt für Schritt unmerklich Aufgaben und Verantwortung für den demenzkranken Partner, ohne dass dies von beiden oder auch von Außenstehenden bemerkt worden wäre.

    Noch bevor die eigentlichen geistigen Einschränkungen offenkundig werden, fallen bei Demenzerkrankten oft Veränderungen im Verhalten auf. Zum Beispiel zieht sich ein geselliger Mensch zunehmend zurück, da er den Gesprächen in einer Gruppe nicht mehr folgen kann. Er erlebt solche Situationen als unangenehm und überfordernd und hat möglicherweise das Gefühl, von den anderen nicht einbezogen zu werden.

    Ein anderer Mensch wird reizbar, da ihm Tätigkeiten, die er noch vor einiger Zeit gut bewältigen konnte, nun große Anstrengung bereiten. Zum Beispiel fordern das Kochen, Einkaufen, einfache Rechenaufgaben, Termine einhalten und anderes plötzlich ein hohes Maß an Konzentration.

    Der Kranke wird unzufrieden mit sich selbst und seiner Leistung oder neigt dazu, die Ursachen für Schwierigkeiten, die er sich nicht erklären kann, anderen anzulasten. Er beschuldigt z.B. nahestehende Personen wie etwa den eigenen Ehepartner, Dinge zu verlegen. Dieser ist sich natürlich keines Fehlers bewusst und fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.

    Depressive Verstimmungen sind in der ersten Phase aufgrund der vielfach erlebten Einschränkungen und nicht nachvollziehbaren Veränderungen im täglichen Leben relativ häufig. Die Kranken beginnen meist, sich vor bloßstellenden Erfahrungen intuitiv zu schützen, indem sie ihnen aus dem Weg gehen oder sie anders deuten.

    • So sehen sie etwa den größeren Blechschaden am Auto, von dem sie zu Hause der Ehefrau berichten, nicht als Folge eines eigenen Fahrfehlers an, sondern als Schaden, den vermutlich ein Fremder verursacht hatte, der sich zudem unerkannt aus dem Staub gemacht hat.
    • Nahegelegt werden solche Deutungen durch das in diesem Stadium bereits tatsächlich beeinträchtigte und instabile Erinnerungsvermögen.

    Hinzu kommt, dass die gemachte Erfahrung häufig in deutlichem Widerspruch zum eigenen Selbstbild steht. Schließlich fuhr man in den letzten 30 Jahren immer unfallfrei und vorsichtig. Dadurch drängt sich ein Fremdverschulden als Ursachenerklärung in der eigenen Vorstellung förmlich auf.

    Und letztlich führt auch die meist bereits latent vorhandene Angst des Kranken in diesem Stadium vor Selbstwert- und Kompetenzverlust dazu, eigene Fehlleistungen und Missgeschicke verstärkt aus der Wahrnehmung und Erinnerung auszublenden. So kann man auch verstehen, dass z.B. ein ordnungsliebender Mensch nicht auf den Gedanken kommen kann, den Wohnungsschlüssel ständig selbst zu verlegen.

    Es kann nur so sein, dass ein anderer für diese Fehler verantwortlich ist. Wollte jemand ihn davon überzeugen oder behaupten, dass er selbst diese Fehler begeht, müsste er sich energisch zur Wehr setzen und müsste demjenigen, der das tut, möglicherweise unterstellen, dass er unredliche Absichten hat und ihn verunglimpfen will.

    Er wird ihm gegenüber misstrauisch oder ablehnend. Nicht nur demenzkranke Menschen neigen übrigens dazu, Erinnerungsbilder den eigenen Vorstellungen oder Überzeugungen anzupassen. Wir wissen heute aus der Gedächtnispsychologie, dass Erinnerungen keine statisch abgespeicherten Daten sind, sondern ständig durch innere Bewertungen oder äußere Einflüsse verändert werden.

    Die Redensart, „wenn man sich nur lange genug etwas einredet, glaubt man schließlich daran» deutet darauf hin. So kennen wir auch alle die Erfahrung, dass bestimmte Überzeugungen uns davon abhalten, die Dinge so zu sehen oder anzunehmen wie sie tatsächlich sind.

    • Bei Demenzkranken verstärkt sich diese menschliche Reaktionsweise aufgrund der zunehmenden geistigen Beeinträchtigungen und der Angst vor Bloßstellung und Selbstwertverlust.
    • Weiterhin ist es eine Grundtendenz des Menschen, Stimmigkeit zwischen eigenen Erfahrungen, Werten und dem eigenen Selbstbild herzustellen.

    Was wir nicht erklären können, dafür suchen wir Erklärungen. Demenzkranke Menschen finden so spontan Erklärungen für eigene Verhaltensweisen und Ereignisse, die sie sich eigentlich zunächst selbst nicht erklären können. Oder sie scheinen manchmal Geschichten zu erfinden, die aus Erinnerungsbruchstücken und der eigenen Vorstellungskraft zusammengesetzt sind.

    Aus diesem Verständnis heraus ergeben sich zwei wichtige Grundorientierungen im Umgang mit Demenzerkrankten: Erstens sollten wir die Kranken möglichst wenig mit ihren eigenen Defiziten konfrontieren und sie nicht korrigieren, damit sie sich nicht bloßgestellt fühlen und sich ständig ihrer Einschränkungen bewusst werden. Stattdessen sollten wir versuchen, sie ohne viel Aufhebens zu unterstützen, wenn es geht, sogar ohne dass sie die Hilfe als solche bemerken. Zweitens brauchen demenzkranke Menschen besonders viel Anerkennung und Ermutigung. Denn selbst wenn sie aufgrund der zunehmenden geistigen Beeinträchtigungen ihre eigenen Defizite nicht mehr in vollem Umfang erkennen, so nehmen sie doch im Hier und Jetzt immer die Einschränkungen ihrer Fähigkeiten wahr, vielleicht auch solcher, auf die sie früher stolz waren.

    Durch den Verlust an innerem Halt leiden die Kranken häufig unter Ängsten, Wenn die Welt nicht mehr so ist wie man sie erwartet und die innere Ordnung ebenso durcheinander gerät, macht das unsicher und erzeugt Angst. Diese Angst kann meist schwer zugeordnet werden und wird teilweise als existentielle Bedrohung wahrgenommen.

    1. Es ist daher gut nachvollziehbar, wenn demenzkranke Menschen z.B.
    2. Angst vor dem Verlust des Partners oder vor einem möglicherweise drohenden Unheil entwickeln.
    3. Sie suchen letztlich Ursachen für das unbestimmte Gefühl der Angst, das in ihnen entsteht.
    4. So ist auch die Angst Demenzkranker vor dem Verlust des eigenen Sparvermögens oder die Vermutung eines drohenden Diebstahls nachvollziehbar.

    Wenn die Übersicht über das eigene Hab und Gut verloren geht und man sich unsicher fühlt, versucht man das Geld möglichst an einem sicheren Ort in greifbarer Nähe zu verbergen. Vergisst man dann jedoch nach kurzer Zeit, wo man die Werte in Sicherheit gebracht hat, entsteht von neuem Unsicherheit.

    • Es kann so ein Kreislauf zunehmender Verunsicherung entstehen.
    • Möglicherweise wird man dann auch an Diebstahl denken, wenn man sich zumindest noch erinnert, einen größeren Geldbetrag bei sich gehabt zu haben.
    • Man wird unter Umständen die Polizei um Hilfe bitten, damit sie der Sache nachgeht.
    • Bei anderen Kranken entsteht nicht die Angst, Geld und damit die Grundlage der eigenen Existenzsicherung zu verlieren, sondern sie beginnen im Gegenteil damit, Geld zu verschenken oder es vermehrt auszugeben.

    Auch in diesem Fall geht es jedoch im Grunde um eine ähnliche Reaktionsweise. Kranke, die Geld scheinbar unvernünftig an andere verschenken, versuchen damit oft, ihr eigenes Selbstwertgefühl zu stützen und wohlgesonnene Menschen um sich zu scharen. Wiederum ist die Angst, in diesem Fall vor Selbstwertverlust und vor dem Verlust der Anerkennung durch andere, eine wichtige Triebfeder für das Verhalten.

    1. Hinzukommen kann eine krankheitsbedingt herabgesetzte Urteilsfähigkeit, wodurch eine realistische Einschätzung über den Wert und die Bedeutung des eigenen Vermögens verloren geht.
    2. Eine andere Reaktionsweise kann sich aus dem Bedürfnis entwickeln, andere Menschen, besonders die nahen Angehörigen, kontrollieren zu wollen und über sie zu bestimmen.

    Besonders Menschen, die von früher her ein bestimmendes Verhalten gewohnt waren, können zu solchen Reaktionen neigen, um wieder Sicherheit und Kontrolle über die Situation und ihr Leben zu erlangen. Auch hier löst im Grunde die Angst vor unvorhersehbaren Veränderungen und ein erlebter innerer und zum Teil auch äußerer Kontrollverlust die Verhaltenstendenz aus.

    Andere Menschen wiederum ziehen sich immer mehr zurück, wenn sie merken, dass sie mit vielen Dingen nicht mehr so zurecht kommen oder sich überfordert fühlen. Dies kann soweit gehen, dass sie sich völlig isolieren und den Kontakt mit anderen Mensche meiden. Sie gehen Schwierigkeiten aus dem Weg, um keine Misserfolge zu erleiden und vermeiden es damit, sich vor anderen bloß zu stellen.

    Wieder andere, die in der Familiengemeinschaft leben, versuchen Überforderungssituationen aus dem Weg zu gehen, indem sie sich sehr zurückhaltend, angepasst oder unauffällig verhalten. Auch das Klagen über Schmerzen, Krankheiten und Unpässlichkeiten kann ein Weg sein, um z.B.

    Viele der Verhaltenstendenzen demenzkranker Menschen sind so bei näherem Hinsehen gut verstehbar und häufig sind Ängste und Befürchtungen der Ursprung unterschiedlicher Reaktionsweisen.

    Die Suche nach Halt und Sicherheit insbesondere bei vertrauten Menschen, die in der ersten Krankheitsphase meist zunimmt und für die Kranken häufig ein wichtiges Bedürfnis wird, ist oftmals von einer entgegengerichteten Tendenz begleitet. Es ist das gleichzeitige Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit, um das verletzte Selbstwertgefühl zu stützen oder zu erhalten.

    Dies wurde von einer Buchautorin einmal als die „Doppelbotschaft der Demenz» bezeichnet. Der Kranke wünscht zwar einerseits Hilfe und sie kann auch notwendig sein, aber zugleich befürchtet er von anderen bevormundet zu werden und ein Stück Eigenständigkeit und Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Die Betreuenden brauchen Kreativität, Einfühlungsvermögen und Diplomatie, um mit diesen widersprüchlichen Tendenzen umzugehen.

    Hilfe wird dann am besten unauffällig gegeben, sodass sie dem Kranken gar nicht als Hilfeleistung erscheint. Man kann dem Kranken z.B. sagen, dass man ihm nur „eben eine kleine Gefälligkeit tun möchte», die er „natürlich auch selbst erledigen könnte» oder man leistet die Hilfe unter der „notwendigen Anleitung des Kranken», wodurch sein Selbstwertgefühl gestützt wird.

    1. Die Suche nach Halt und Sicherheit kann manchmal auch dazu führen, dass Kranke ihre Angehörigen scheinbar gegeneinander ausspielen.
    2. Sie versuchen, sich die Zuwendung eines Angehörigen zu sichern, indem sie andere Angehörige vor ihm schlecht machen oder davon berichten, dass die anderen ihn vernachlässigen.

    (Selbstverständlich darf man nicht immer solche Äußerungen von Kranken als unberechtigt ansehen.) Den Kranken in solchen Situationen moralisierend zurechtzuweisen wäre falsch. Entscheidend ist vielmehr, sein Bedürfnis nach Sicherheit und Zuwendung wahrzunehmen und wenn möglich ohne Kritik an seinem Verhalten darauf einzugehen.

    1. Die zunehmenden geistigen Einschränkungen bringen es mit sich, dass die Kranken auch immer weniger in der Lage sind, Bedürfnisse und Lebenszusammenhänge anderer Menschen in ihren Überlegungen einzubeziehen.
    2. So kann es die demenzkranke Mutter z.B.
    3. Als selbstverständliche Bitte auffassen, dass die Tochter doch künftig bei ihr Wohnen und übernachten soll, damit sie sich selbst nicht so alleine fühlt.

    Sie ist nicht mehr in der Lage, ihre eigenen Wünsche den Bedürfnissen und der Lebenssituation der Tochter gegenüberzustellen. Angehörige können durch das Bedürfnis des Kranken nach ständiger Anwesenheit und Zuwendungsbereitschaft stark eingeengt und überfordert werden.

    Eine frühzeitige Verteilung von Aufgaben und Pflichten gegenüber dem Kranken auf verschiedene Personen ist daher sehr ratsam. In einem frühen Stadium der Erkrankung kann sich der Kranke meist noch besser auf den Wechsel von Bezugspersonen einstellen und ist dies dann auch im späteren Verlauf der Erkrankung eher gewohnt.

    Daher sind auch Entlastungsangebote wie etwa Betreuungsgruppen für Demenzkranke sehr sinnvoll (siehe Kapitel „Neue Wege in der Betreuung Demenzkranker»). Da sich die Kranken gegenüber solchen neuen Situationen und Vorhaben verständlicherweise abwehrend verhalten, empfiehlt es sich oftmals, eher beiläufig und diplomatisch solche Neuerungen einzuleiten.Z.B.

    • Kann man den Kranken schlicht dazu einladen, zum Kaffeetrinken zu ein paar netten Leuten mit zu gehen, anstatt ihn davon überzeugen zu wollen, dass er künftig jeden Montagnachmittag in eine Gruppe für ältere Menschen gehen soll.
    • In ganz ähnlicher Weise kann man z.B.
    • Eine Helferin, die den Kranken künftig einmal in der Woche betreuen soll, zunächst als eine nette Dame aus der Nachbarschaft vorstellen, die „mal» zum Kaffeebesuch kommt.

    Eine zu ausführliche Information oder Besprechung im Vorfeld kann dazu führen, dass der Kranke unberechtigte Ängste oder Befürchtungen entwickelt, möglicherweise glaubt, abgeschoben zu werden oder durch die Informationen auch schlicht überfordert ist.

    Manchmal kann gerade zur Überwindung einer anfänglichen Hemmschwelle etwas Druck und Beharrlichkeit gegenüber dem Kranken angemessen sein, damit ein wichtiges Entlastungsangebot in die Gänge kommen kann. Die Erfahrung zeigt, dass sobald sich etwas Sicherheit und Gewöhnung an die neue Situation gebildet hat und sich Vertrauen gegenüber den seither noch fremden Personen entwickelt, auch die Unsicherheiten und Ängste des Kranken abnehmen.

    In einer Betreuungsgruppe z.B. kann der Angehörige die ersten Male auch mitkommen und so dem Kranken Sicherheit durch eine vertraute Person bieten. Eine wichtige Voraussetzung für ein geeignetes Entlastungsangebot ist natürlich immer auch, dass das Milieu für den Kranken angemessen ist und die Betreuenden in der Lage sind, sich auf ihn einzustellen.

    Die Betreuenden müssen sich auf laufende Schwankungen der aktuellen Verfassung des Kranken einstellen. Während das morgendliche Ankleiden an einem Tag selbständig gelingt, wird am nächsten Tag möglicherweise die Reihenfolge der Kleidungsstücke verwechselt. Oft sind nahestehende Personen wie der Ehepartner oder die Tochter die wichtigsten Bezugspersonen.

    Nicht selten stehen diese Bezugspersonen aber auch zugleich am häufigsten im Schussfeld von Anschuldigungen durch den Kranken. Die Schwelle dafür, einen anderen Menschen den eigenen Unmut über erlebte Beeinträchtigungen spüren zu lassen ist bei nahestehenden Personen oft am geringsten.

    • Es ist daher wichtig, solche Anschuldigungen oder gar Angriffe nicht persönlich zu nehmen.
    • Versteht man, dass der Kranke sich auf diese Weise unter Umständen nur ein Ventil verschafft, sind solche Anschuldigungen oft leichter zu ertragen.
    • Grenzen müssen allerdings gesetzt werden, wenn andere zu Schaden kommen oder der Kranke sich in ein unkontrolliertes Verhalten hineinsteigert.

    Damit entlastet er sich nicht, sondern versetzt sich selbst weiter in psychischen Stress, wodurch sich seine Aggressionsbereitschaft verstärken kann. Die Kranken sind dann teilweise schwer zugänglich und kaum zu beeinflussen. Wenn ruhiges diplomatisches Eingehen nicht weiterhilft, kann ein klares bestimmtes Auftreten, das Grenzen setzt und sich gegen die Aggression und das Verhalten richtet (jedoch nicht gegen den Kranken), unter Umständen notwendig und hilfreich sein.

    Eine andere Möglichkeit ist, sich zurückzuziehen und abzuwarten, bis der Kranke sich wieder selbst beruhigt hat. In ganz schwierigen Situationen muss notfalls einen Arzt zur Unterstützung gerufen werden. Ausgehend von den Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der zeitlichen und räumlichen Orientierung (Tageszeiten verwechseln, den Weg nicht finden), wird bei fortschreitender Erkrankung zunehmend auch die Erinnerung an die letzten Jahre und Jahrzehnte brüchig.

    Die Kranken können dann der Überzeugung sein, vierzig Jahre alt oder jünger zu sein und eben jetzt zur Arbeit gehen zu müssen, da teilweise die Jugendzeit und das frühe Erwachsenenalter am meisten gegenwärtig sind. Sie leben immer mehr in ihrer Erinnerungswelt.

    Die Betreuenden müssen sich auf diese Welt einstellen, denn nur so gelingt es ihnen, einen verständnisvollen Zugang zu finden. Die Kranken können sich nicht mehr oder meist nur vorübergehend auf die Sichtweise anderer einstellen. So sollte z.B. der Ehepartner den Kranken nicht zurechtweisen, wenn er von ihm nicht als Ehepartner, sondern als Vater oder Mutter angesprochen wird.

    Der Kranke lebt in diesem Augenblick in seiner Erinnerungswelt und empfindet sich vielleicht als Kind oder Jugendlicher. Er kann den aus seiner Sicht wesentlich älteren jedoch vertrauten Menschen im Grunde nur als Vater oder Mutter ansehen. Vielleicht hat er zudem ein Bedürfnis nach Geborgenheit und Schutz, was die Assoziation Vater oder Mutter ebenfalls nahe legt.

    1. Der Ehepartner könnte in dieser Situation entweder die Sichtweise des Kranken akzeptieren ohne sie selbst weiter zu verstärken oder er könnte behutsam versuchen, beim Kranken Erinnerungen aus der näheren Vergangenheit anzusprechen, sodass der Kranke ihn von selbst wieder als Ehepartner erkennt.
    2. Zugleich könnte er ihm auf der Gefühlsebene Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

    Die Sprache sowie die Handlungs- und Planungskompetenz der Kranken werden in der Regel immer weiter eingeschränkt. Einfache Handlungsabläufe wie das Benutzen eines Schlüssels können zum unüberwindbaren Problem werden. Der Kranke weiß z.B. nicht mehr, ob der Bart des Schlüssels beim Einführen in das Schlüsselloch nach oben oder unten zeigen muss.

    Später bereiten z.B. auch der Umgang mit Messer und Gabel oder das Treppensteigen Schwierigkeiten. Die sogenannte visuell-räumliche Koordination von Bewegungsabläufen, das heißt, einzuschätzen wie z.B. das Bein zu bewegen ist, damit die nächste Treppenstufe erreicht wird, kann Probleme bereiten. Ebenso können Entfernungen und die räumliche Tiefe von Gegenständen teilweise nicht mehr richtig eingeschätzt werden.

    So werden Bilder und das Fernsehbild unter Umständen als reale Dinge bzw. Personen wahrgenommen. Die Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild wird teilweise als Begegnung mit einem anderen Menschen aufgefasst und man beginnt, sich freundlich mit dem anderen zu unterhalten oder will ihn vielleicht auch verärgert aus dem eigenen Badezimmer werfen, da ein fremder Mensch dort nichts zu suchen hat.

    1. Der Wortschatz und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit sind zunehmend einfach gehalten.
    2. Häufig werden Füllwörter wie „das Ding» oder sprachlich ähnlich klingende Wörter verwendet, um etwas zu benennen.
    3. Die sprachliche Verständigung kann sich schließlich auf wenige Worte oder kurze Sätze einschränken.
    4. In dieser Phase der Krankheit kommt der Mimik und der Gestik, also den nichtsprachlichen Verständigungsmöglichkeiten, eine besondere Bedeutung zu.

    Die Kranken reagieren auf den Tonfall der Stimme, einen freundlichen Händedruck, oder ein Lächeln. Sie kommunizieren mit ihren Sinnen und ihrer Körpersprache. Ängste vor Geräten, vor Wasser, vor unbekannten Menschen und vor Dunkelheit können auftreten vergleichbar mit den Ängsten, die Kindern vor unbekannten Situationen oder Dingen haben, die sie nicht einordnen können.

    Dunkelheit kann ängstigen, da die Kranken im Moment des Aufwachens im eigenen Zimmer nicht mehr wissen wo sie sich befinden und warum es dunkel ist. Die Kranken leben im Augenblick. Das, was sie im Moment wahrnehmen und empfinden ist für sie entscheidend. Sie können nicht voraussehen, dass es in einigen Stunden wieder hell wird und sie können sich nicht daran erinnern, dass sie sich am Abend in das Bett gelegt haben, in dem sie jetzt in der Nacht aufwachen.

    Wenn sie neben sich ihren Ehepartner in gewohnter Weise ruhig atmen hören, vermuten sie vielleicht, dass es Schlafenszeit ist und alles in Ordnung ist. Die Kranken können auch nicht mehr ihren Tagesablauf oder bestimmte Aktivitäten vorausplanen. Sie werden geleitet durch ihre Gewohnheiten wie z.B., dass sie beim Frühstück immer die Zeitung lesen (selbst wenn sie das Gelesene nicht mehr verstehen können).

    Die Dinge in ihrer Umgebung animieren sie zu Aktivitäten, So kann z.B. ein Stück Kuchen, das ins Blickfeld gerät, den Kranken dazu animieren, es zu essen, selbst wenn er keinen Hunger hat, oder eine Tür regt ihn dazu an, sie zu öffnen, obwohl er zunächst gar nicht die Absicht hatte, den Raum zu verlassen.

    Auch momentane Gedanken und Erinnerungen können zu bestimmten Handlungen führen. Zum Beispiel erinnert sich eine erkrankte Frau bei einem Tanznachmittag, dass sie früher nach der Tanzstunde immer gleich nach Hause gehen musste. Sie verabschiedet sich deshalb sogleich höflich von ihrem Tanzpartner und sagt, dass sie jetzt dringend nach Hause müsse.

    1. Die Kranken suchen in dieser Phase häufig die räumliche Nähe einer Gruppe oder von Bezugspersonen,
    2. Sie sind meist sehr anhänglich und brauchen die Sicherheit und Geborgenheit in einem vertrauten sozialen Milieu.
    3. Nur, wenn es ihnen in einer sozialen Situation unwohl ist, z.B.
    4. Wenn es ihnen zu laut oder zu unruhig wird, ziehen sie sich zurück.

    Oder auch, wenn sie intensiv mit etwas beschäftigt sind, z.B. einen Schrank ausräumen, tritt das Interesse an anderen Menschen in den Hintergrund. Ausgeprägte Rückzugstendenzen in die Vertrautheit und Privatheit der eigenen vier Wände, wie sie in der ersten Krankheitsphase auftreten können, sind jetzt jedoch selten.

    Die Kranken nehmen nun ihre Defizite nicht mehr so deutlich wahr wie in früheren Krankheitsphasen. Sie leben in ihrer Welt, in der schließlich das einfache Hantieren mit einem Gegenstand, das Sammeln von Dingen, die sie als nützlich oder wertvoll erachten, oder das gemeinsame Gehen mit einem anderen Menschen und zuwendungsvolle gegenseitige Berührungen genauso sinnerfüllend sind wie früher z.B.

    die berufliche Tätigkeit oder die tägliche Sorge für die Familie. Manche Kranke kümmern sich in dieser Zeit auch liebevoll um Stofftiere oder Puppen oder führen in ihrer eigenen mit Gestik unterstützten Sprache sinnreiche Gespräche mit Personen, die offensichtlich nur in ihrer Vorstellung vorhandenen sind.

    Manchmal sieht man sie auch mit anderen Kranken im Gespräch vertieft. Dabei reagieren sie vor allem auf den Tonfall und einzelne Worte des anderen und antworten ganz selbstverständlich und beteiligt als hätten sie jedes Wort verstanden. Die nichtsprachlichen Anteile der Unterhaltung stehen nun im Vordergrund und sind gut aufeinander abgestimmt.

    (Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung unterhalten sich auch gesunde Menschen zu 80% auf der nichtsprachlichen Ebene!). Das Verhalten der Kranken ähnelt zunehmend dem von Kindern, gleichwohl man die Kranken nicht mit Kindern verwechseln darf oder einfach mit ihnen so umgehen darf als seien sie Kinder.

    1. Sie haben nach wie vor Erinnerungen an die Zeit ihres Erwachsenenalters.
    2. Im Lauf des Lebens erworbene Werte und tief verankerte Wesenszüge und Lebenserfahrungen können nach wie vor für sie präsent und bedeutsam sein.
    3. Sie nehmen es daher auch als unangenehm und unangemessen wahr, wie ein unmündiges Kind behandelt zu werden.

    Dies schließt natürlich nicht aus, auf kindlich erscheinende Bedürfnisse, die die Kranken zeigen, achtsam und liebevoll einzugehen. Etwa, wenn sie an die Hand genommen werden möchten oder, wenn sie es gerne haben, liebkost und gestreichelt zu werden. Ein zweiter wichtiger Unterschied zwischen Kranken und Kindern ist, dass die Kranken nicht lernen und sich in der Art und Weise weiterentwickeln können wie Kinder.

    Es ist daher falsch, demenzkranke Menschen zu einem angemessenen Verhalten „erziehen» zu wollen. Demenzkranke sind keine Kinder, die lernen, sich in der Welt zurechtzufinden, sondern kranke Menschen, denen die Kontrolle über ihr Verhalten verloren geht.

    Die Gefühlswelt, Musik, Bewegung und die einfachen direkten Formen des Miteinander-Umgehens werden wichtige Zugangswege zu den Kranken. Die Stimme wird durch ihren Klang und die Art des Sprechens zum Kommunikationsmittel und Vermittler sozialer Nähe. Demenzkranke Menschen können in dieser Phase Schwingungen auf der Gefühlsebene in ihrem Umfeld teilweise besonders gut wahrnehmen.

    Da sie sich bei der Wahrnehmung ihrer sozialen Umgebung nur auf diese Ebene stützen können und viel weniger als wir gleichzeitig mit Gedanken, Gesprächsinhalten und Vorstellungen beschäftigt sind, konzentrieren sie sich ganz auf das, was sie unmittelbar erleben, wahrnehmen und spüren. Sie nehmen ihre Umgebung stärker vom gefühlsmäßigen Aspekt her wahr.

    Dadurch wirken sie teilweise auch dünnhäutiger und können empfindsamer auf Stimmungsschwankungen und Veränderungen der sozialen Atmosphäre in ihrer Umgebung reagieren. So reagieren sie unter Umständen auf die innere Anspannung eines Betreuenden, der etwa unter Zeitdruck steht oder mit seinen Gedanken nicht ganz bei der Sache ist, mit Widerstand oder Rückzug.

    • Demenzkranke sind so gesehen manchmal mit einem Spiegel für die eigene Befindlichkeit vergleichbar.
    • Noch bevor man selbst merkt, dass man unruhig, angespannt oder belastet ist, kann es sein, dass der Kranke dies bereits deutlich in seinen Verhaltensreaktionen zeigt.
    • Die Kranken reagieren meist unmittelbar und direkt,

    Sie sind nicht in der Lage, ihre Ängste erst einmal zu prüfen und zu überdenken und spontane Reaktionstendenzen zurückzuhalten. Sie gehen weg, wenn sie Angst haben, suchen ihr Zuhause, wenn sie sich verloren fühlen, schlagen um sich, wenn sie sich bedroht fühlen und weinen oder lachen spontan, wenn sie etwas entsprechend berührt.

    Sie verhalten sich insofern sehr „echt» und direkt. Darin sehen Betreuende teilweise auch eine besondere Qualität im Umgang mit demenzkranken Menschen, die sie schätzen. Andererseits bringt dies aber auch besondere Herausforderungen mit sich. Die Betreuenden können von den Kranken nur sehr eingeschränkt eine Kontrolle oder Steuerung ihres Verhaltens erwarten.

    In der letzten Phase der Erkrankung wird auch die Bewegungsfähigkeit zunehmend eingeschränkt. Zunächst können Koordinations- oder Gleichgewichtsprobleme beim Gehen auftreten, später werden das Gehen und schließlich auch längeres Stehen insgesamt schwierig.

    1. Die Kranken sitzen häufig oder liegen, da auch das aufrechte Sitzen schwierig werden kann.
    2. Ontakt zum Kranken kann vor allem über die Stimme, Berührung und den Blickkontakt aufgenommen werden.
    3. Über zunehmende Zeitspannen kann der Kranke nicht ansprechbar oder abwesend wirken.
    4. Der körperliche Zustand wird in dieser Phase insgesamt schwächer und instabiler,

    Dadurch können Infektionskrankheiten, die unter Umständen die Sterbephase einleiten, auftreten. Manchmal zeigen Kranke selbst in dieser Phase noch für kurze Zeitspannen erstaunliche Reaktionen wie z.B. eine passende Antwort auf eine Frage, ein freundliches vertrautes Lächeln oder sie machen treffende Mitteilungen zu ihrem eigenen Befinden.

    Da die Kranken in dieser Zeit viel liegen oder unbeweglich sitzen und wenig Möglichkeiten haben, sich selbst Anregungen zu verschaffen, kommt der Anregung von Außen vor allem über die Sinne eine wichtige Bedeutung zu. Statt beispielsweise ständig auf eine weiße Zimmerdecke starren zu müssen, können dort farbenfrohe Poster etwa mit Klebestreifen befestigt werden oder es kann ein Mobile aufgehängt werden, das sich bewegt.

    Zum Betasten und Greifen können verschiedene Gegenstände in die Hand gegeben werden oder an das Bett bzw. den Liegesessel gebunden werden. Darauf zu achten ist, dass die Gegenstände nicht leicht verschluckt oder zerrissen werden können. Bunte stabile Stoffreste, Sandsäckchen, weiche kleine Bälle, die in die Hand gegeben werden, oder auch buntes Spielgerät wie es für Kleinkinder angeboten wird, können geeignet sein.

    • Von Zeit zu Zeit kann über ein CD-Gerät angenehme Musik abgespielt werden oder man singt dem Kranken etwas vor.
    • Steht Zeit für persönliche Zuwendung zur Verfügung, können leichte Massagen (z.B.
    • Sanftes Streichen entlang der Arme und Beine) gegebenenfalls mit Ölen sowie behutsame passive Bewegungsübungen durchgeführt werden.

    Auch ein entspannendes Bad kann eine positive Erfahrung für den Kranken sein. Man sollte jedoch darauf achten, dass der Transport ins Badezimmer möglichst ohne ruckartige Bewegungen oder laute Geräusche vonstatten geht, die den Kranken sehr ängstigen können.

    Die allgemeine Körperpflege kann überwiegend im Bett durchgeführt werden. Dies ist am wenigsten belastend für den Kranken. Möglichkeiten und Wege zur behutsamen Anregung über die Sinne finden sich unter anderem in Büchern zum Thema „Basale Stimulation». Wenn der Kranke Nahrung und Flüssigkeit durch den Mund weder alleine, noch mit der Unterstützung anderer Menschen aufnehmen kann und davon auszugehen ist, dass es sich nicht um einen vorübergehenden Schwächezustand handelt, stellen sich entscheidende Fragen für das weitere Vorgehen.

    Ganz ähnlich ist es, wenn in der letzten Krankheitsphase eine schwerwiegende weitere Erkrankung auftritt, die kurzfristig zum Tod führen kann. Dann muss geklärt werden, ob alle Behandlungsmöglichkeit der modernen Medizin ausgeschöpft werden sollen. Angehörige kommen teilweise in dieser Phase gemeinsam mit dem Arzt zu der Entscheidung, auf lebensverlängernde Maßnahmen wie eine künstliche Ernährung zu verzichten und medizinische Behandlungsmaßnahmen auf die Vermeidung von Leidenszuständen zu beschränken.

    • Auf die Gabe von Nahrung und Flüssigkeit zu verzichten, weil der Kranke sie selbst mit geduldigsten Bemühungen nicht mehr aufnehmen kann, muss nicht als Verweigerung notwendiger Hilfe angesehen werden.
    • Das Legen einer Magensonde z.B.
    • Kann ebenso als Eingriff in das Leben des Kranken gewertet werden, der ohne seine Zustimmung erfolgt.

    Tritt der Tod aufgrund von Flüssigkeitsmangel ein, ist dies nach heutigen Erkenntnissen kein qualvolles Leiden, sofern der Mund- und Rachenraum feucht gehalten wird. Berichtet wird sogar von einem stimmungshebenden oder auch schmerzstillenden Zustand bei starkem Flüssigkeitsmangel aufgrund bestimmter physiologischer Vorgänge.

    1. Insofern ist der Verzicht auf Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase medizinisch und ethisch vertretbar und wird etwa von Vertretern der Hospizbewegung als möglicher Weg zur Erleichterung des Sterbens beschrieben.
    2. Flüssigkeit und Nährstoffe können ansonsten dem Körper durch eine Infusion über die Blutbahn oder durch eine Magensonde zugeführt werden.

    (Eine Magensonde ist ein kleiner Plastikschlauch, der durch einen kleinen operativen Eingriff durch die Bauchdecke in den Magen gelegt wird). Eine andere Möglichkeit speziell bei Kranken, die im fortgeschrittenen Krankheitsstadium in erster Linie Probleme mit der Flüssigkeitsaufnahme haben ist, die Flüssigkeit bedarfsweise durch eine rektale Infusion, also durch einen Einlauf über den After, in den Enddarm zuzuführen.

    1. Wie sinnvoll das Legen einer Magensonde ist, hängt immer sehr von den individuellen Umständen ab.
    2. Hat ein Erkrankter z.B.
    3. Lediglich Probleme beim Schlucken von Speisen und Getränken und verschluckt sich sehr leicht, wirkt aber sonst noch gesundheitlich stabil, kann eine Magensonde als Ergänzung zur begrenzten Nahrungsaufnahme durch den Mund die Lebensqualität des Kranken erheblich erhöhen.

    Wird eine künstliche Ernährung andererseits in einer sehr späten Krankheitsphase eingesetzt, in der der Kranke sehr schwach wirkt, kann dadurch zwar ermöglicht werden, das Leben des Kranken zu verlängern, jedoch ist in diesem durch medizintechnische Möglichkeiten verlängerten Leben auch das Risiko für erhebliche Leidenszustände etwa durch leicht auftretende Infektionskrankheiten wie eine Lungenentzündung und durch Wundliegen sehr groß.

    Lebensverlängerung bedeutet daher in dieser Phase oft auch Leidensverlängerung in nicht unerheblichem Maß und teilweise über einen langen Zeitraum. Wird eine Magensonde in einem sehr schwachen Zustand des Kranken gelegt, von dem er sich nicht mehr erholen kann, ist die Entscheidung, den Kranken auf diese Weise bis zu seinem Tod mit ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu versorgen in der Regel unwiderruflich getroffen.

    Die Magensonde darf aus rechtlichen Gründen dann nicht mehr entfernt werden solange der Kranke nicht wieder selbständig beginnt, Nahrung über den Mund aufzunehmen. Nur wenn der Kranke im Vorfeld in einer Patientenverfügung ausdrücklich lebensverlängernden Maßnahmen in der Sterbephase abgelehnt hat oder von anderen Menschen bezeugt werden kann, dass er dies in gesunden Tagen mehrfach so geäußert hat, ist eine Entscheidung zur Einstellung der Nährstoffzufuhr dann noch möglich.

    Der Verlauf einer Demenzerkrankung schließt schließlich das Sterben mit ein. Es ist wichtig, auch in dieser Phase wie in den anderen Krankheitsphasen die Auswirkungen der Erkrankung anzunehmen und auf dieser Grundlage Entscheidungen zu treffen. Der Tod ist eine unvermeidbare Folge im letzten Stadium einer Demenzerkrankung.

    Es gibt keine allgemeingültigen Regeln zu den anstehenden Entscheidungen in der letzten Krankheitsphase. Es sind immer ganz persönliche Entscheidungen, die die nahen Angehörigen bzw. die rechtlichen Vertreter des Kranken (die „gesetzlichen Betreuer» oder die Bevollmächtigten) in Bezug auf die möglichen Wünsche des Kranken und vor dem Hintergrund der eigenen Werthaltungen treffen.

    Bei den Entscheidungen in der letzten Krankheitsphase sollte man bemüht sein, die Würde und die Lebensqualität des Kranken in den Vordergrund zu stellen.

    Die Sterbephase selbst kann sich unterschiedlich gestalten. Es gibt Kranke, die sehr plötzlich, manchmal geradezu unerwartet nach einer kurzen Zeit der körperlichen Schwäche sterben. Andere gehen dem Eindruck nach in ganz kleinen Schritten über Wochen oder Monate als ob sie langsam in eine andere Welt hinübergleiten würden.

    1. Die Sterbephase selbst kann sehr ruhig sein.
    2. Manchmal ist sie jedoch auch aufgrund der körperlichen Symptome etwa einer Lungenentzündung oder wegen einer Verschleimung der Atemwege durch Unruhe, Husten und schweres Atmen begleitet.
    3. Zusammenfassend möchte ich an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass die Auswirkungen und der Verlauf einer Alzheimer Erkrankung, ebenso wie anderer Demenzerkrankungen viele Unterschiede aufweisen können.

    Bei allen Gemeinsamkeiten darf man nie vorschnell pauschalieren und von einem Erkrankungsverlauf auf den anderen schließen. Anregungen, die für einen Kranken sinnvoll und wichtig erscheinen, können nicht unhinterfragt auf einen anderen übertragen werden.

    Ein Buch, in dem der Krankheitsverlauf und die Symptome eingehend, aber auch übersichtlich und prägnant dargestellt sind, kann beim AGJ-Verlag unter Tel. (0761) 2 18 07-41, Fax: 28 63 52 angefordert werden. Es enthält auch viele kurz gefasste Anregungen zur Betreuung und einen recht aktuellen Teil zur Diagnosestellung, medikamentösen Behandlung und Grundlagenforschung sowie modellhafte Ansätze zur Therapie und Betreuung. Titel: Alzheimer Kranke verstehen, betreuen, behandeln (178 Seiten) 15,50 € Autoren: Jürgen Fischer, Günther Schwarz

    Die Broschüre der der stellte uns freundlicherweise Herr bereit. (Stand Sept.2003) : Krankheitsbild und Krankheitsverlauf

    Was ist die Vorstufe von Demenz?

    Neurologische Privatpraxis Prof. Dr.A. Hufnagel Was versteht man unter einer Demenz? Bei einer Demenz kommt es zu einem Abbau geistiger Fähigkeiten mit Nachlassen des Gedächtnisses sowie anderer Leistungsbereiche des Gehirns, die zu einer Beeinträchtigung im Alltag führen. Demenz-Syndrome können bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten. Eine Klärung der Ursache ist wichtig, um behandelbare und damit möglicherweise rückbildungsfähige Formen nicht zu übersehen. Die Demenz entwickelt sich häufig über Vorstufen, die unter dem Begriff „Mild Cognitive Impairment » (MCI), also der „milden geistigen Beeinträchtigung» oder auch kognitiver Dysfunktion zusammengefasst werden, solange noch keine Beeinträchtigung des Alltags vorhanden ist. \n»}» data-block-type=»22″ id=»block-yui_3_17_2_1_1671205092497_14530″> Wie verläuft eine Demenz? Im Verlauf kommt es dann zu merklichen Gedächtnisstörungen, die vor allem die jüngste Vergangenheit betreffen. Es kann zu gestörter zeitlicher oder örtlicher Orientierung kommen. So werden Dinge mehrfach verlegt oder früher selbstverständliche Aktionen wiederholt vergessen (z.B. Offenlassen der Kühlschranktür, Anlassen der Herdplatte, Nichtabschließens des Autos, Verlaufen auf bekannten Wegen). Die Bearbeitung komplexer Probleme fällt den Patienten schwer. Bei einem weiteren Fortschreiten der dementiellen Entwicklung ist das Behalten neuer Inhalte nicht mehr möglich. Die Merkspanne, also das Einprägen von Sachverhalten oder Vorgängen oder Erlebnissen für eine gewisse Zeit, wird immer kürzer und beträgt zum Schluss nur noch wenige Minuten oder Sekunden. Dies führt dazu, dass der Patient immer wieder dasselbe erzählt oder das gleiche fragt. Die zeitliche Orientierung schwindet komplett, die örtliche Orientierung ist nur noch teilweise vorhanden. Das Urteilsvermögen ist zunehmend beeinträchtigt. Außerhalb des eigenen Haushalts kommen diese Menschen nicht mehr zurecht. Es entwickelt sich eine zunehmende Hilfsbedürftigkeit, die vom Betroffenen oft nicht richtig eingeschätzt wird. So sind viele Demenzkranke lange überzeugt, dass ihre Alltagsfähigkeit nicht eingeschränkt ist und sie über eine normale geistige Leistungsfähigkeit verfügen. Schreitet die dementielle Entwicklung weiter fort, sind die Patienten nur noch zur eigenen Person orientiert. Das Gedächtnis ist nur noch in Fragmenten vorhanden. Bei diesem Schweregrad ist nahezu immer eine vollständige Pflegebedürftigkeit festzustellen. Oft besteht auch eine Inkontinenz. Welche Demenzerkrankungen gibt es? Prinzipiell werden primär-degenerative und symptomatische Demenzen unterschieden. Zu den primär degenerativen Demenzen, bei denen es ohne andere verursachende Erkrankung zu einem Hirnabbau kommt, gehören die Alzheimer-Demenz, die Demenz mit Lewy-Körperchen sowie fronto-temporale Lobärdegenerationen, also Abbauerkrankungen, die das Stirnhirn betreffen. Symptomatische Demenzen können auftreten bei Hirngefäßerkrankungen, Tumoren oder Entzündungen im Gehirn, Störungen des Stoffwechsels, durch Medikamente, Gifte und chronischen Alkoholgebrauch oder andere Suchtmittel.

    Wer neigt zu Demenz?

    Im Alter von 45 bis 65 Jahren ist etwa jeder 1.000ste betroffen, in Deutschland zwischen 20.000 und 24.000 Menschen. Weniger als 2% aller Demenzerkrankungen fallen auf das Alter unter 65 Jahren. Deshalb ist der Weg zur Diagnose einer Demenz im jüngeren Alter häufig langwierig, da einfach nicht damit gerechnet wird.

    Warum alte Menschen so viel reden?

    Vor einiger Zeit, als noch Boulevard Bio im Fernsehen lief, war ein 18-jähriges Mädchen, Katharina, zu Gast, das an Mukoviszidose litt. Katharina ist inzwischen gestorben. Damals, zu Bio, kam sie mit ihrem Freund. Alfred Biolek las eine Frage von seiner Karte ab: »Streitet ihr auch manchmal?« Katharinas Freund zögerte und antwortete schüchtern: »Schon.« Darauf Biolek, geistesabwesend: »Ach, ja, schön.« Das Publikum buhte, Biolek las die nächste Frage von seiner Karte ab.

    1. Hier hatte einer nicht zugehört, und das ärgerte die Zuschauer. Immerhin.
    2. Denn das Zuhören, darüber sind sich die Theoretiker einig, gerät ins Abseits in einer Gesellschaft, die immer selbstbezogener, schneller, effizienter ist, in der alle unter Druck arbeiten, lesen, essen, sprechen, Zuhören ist etwas Langsames, es signalisiert Interesse an der Welt, Interesse an anderen.

    Und widerspricht damit einer dominanten Kultur. Die Erinnerung schwindet, dass das Zuhören Bestandteil eines Lebens in der Gesellschaft ist. »Wenn jemand heute hören würde, dann – leider – vor allem in sich selbst hinein«, sagt die Berliner Erziehungswissenschaftlerin Christina Thürmer-Rohr.

    • »Viele Menschen reden und reden und halten es für selbstverständlich, dass alle Welt ihnen zuhört.« Der Mensch, so scheint es, entwickelt sich im Laufe seines Lebens vom guten zum schlechten Zuhörer.
    • Bei alten Menschen fällt auf, dass sie in der Regel nur noch reden und nicht mehr zuhören wollen.
    • Und das liegt nicht bloß daran, dass ihre Oh-ren oft schlecht geworden sind, aber es verstärkt den Eindruck, dass sie das Zuhören verlernt haben.

    Zu Beginn des Lebens ist es genau anders herum: Zuzuhören ist die einzige Möglichkeit des Menschen, in Kontakt mit seiner Umwelt zu treten: Das Baby horcht auf die näher kommenden oder sich entfernenden Schritte der Mutter und entwickelt daraus eine erste Logik; es hört die vertraute Stimme, die zärtliche Laute von sich gibt und eine Sprache spricht; es erlernt diese Sprache dann selbst, indem es die Mutter imitiert.

    1. Das Zuhören ermöglicht Orientierung, erschafft einen Lebensraum, in dem das Baby sich geborgen fühlt, weil es die Geräusche wiedererkennt, die ihm immer vertrauter sind.
    2. Jedes Kleinkind hört begeistert Geschichten zu.
    3. Ich habe meinem Sohn, als er zwei Jahre alt war, sicher hundertfünfzig Mal den König der Löwen vorgelesen.

    Er hat mir auch beim hundertundfünfzigsten Mal hochkonzentriert zugehört und es sind ihm immer neue Fragen zu dem Buch eingefallen. Ich hingegen wusste manchmal nicht einmal, an welcher Stelle wir gerade waren. Zum Glück hat mein Sohn immer aufgepasst wie ein Luchs.

    Was ist typisch für alte Leute?

    Hintergründe und Anregungen zum Abbauprozess im Alter Wenn alte Menschen abbauen Psychologie Veröffentlicht am: 24.10.2022 8 Minuten Lesedauer Wenn Menschen im Alter abbauen, ist das für Angehörige oft schwer zu verkraften. Es hilft, zu wissen, wie man mit der Situation und den einhergehenden Problemen umgehen kann, denn als Angehörige können Sie eine wichtige Unterstützung sein. Warum Erzählen Alte Menschen Immer Das Gleiche © iStock / LSOphoto Wer altert, stellt an sich selbst oder an seinen Angehörigen neben rein äußerlichen auch körperliche Veränderungen fest. Erste äußerliche Alterserscheinungen sind zum Beispiel eine Veränderung der Hautbeschaffenheit: Falten und Pigmentflecke, sogenannte Altersflecken, treten verstärkt auf.

    Viele Menschen bemerken zudem, dass sie im hohen Alter an Körpergröße verlieren. Hinzu können und Schwerhörigkeit kommen, da die Funktion der Augen und Ohren nachlässt. Typisch für das Altern ist zudem, Auch Infektionen steckt der Körper nicht mehr so gut weg, da das Immunsystem weniger stark ist. Es kann für die Betroffenen selbst als auch für die Angehörigen sehr schwer sein, den Alterungsprozess mitanzusehen, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.

    Es kann helfen, sich bewusst zu machen, dass Altern normal ist und welche Prozesse im Körper dafür verantwortlich sind. Forschende konnten herausfinden, dass Schäden an der DNS, unserem Erbgut, die Ursache für den mit dem Alter verbundenen Funktionsverlust sind.

    1. Zellen werden schlechter repariert Pro Tag wird jede Zelle des Körpers bis zu einer Million Mal geschädigt. Diese Schäden werden im Alter immer schlechter repariert. 2. Zellen teilen sich seltener Die Enden der Chromosomen (Telomere) werden mit jeder Zellteilung kürzer. Sind sie zu kurz, hört die Zelle auf sich zu teilen und zu erneuern. Dadurch kann sie ihre Funktionen immer schlechter ausführen und das Risiko für altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs steigt. 3. Erbgut verändert sich Nicht nur das Erbgut selbst, sondern auch Bestandteile des Erbguts können chemisch verändert werden. Umwelteinflüsse wie Ernährung, Lebensstil, Stress oder Medikamente können beeinflussen, welche Gene ein- und abgeschaltet sind. Die Forschung mit Modellorganismen hat ergeben, dass diese chemischen Veränderungen des Erbguts die Lebenszeit mitbestimmen. 4. Gefaltete Struktur der Eiweiße verändert sich In der Zelle werden Prozesse von bestimmten Eiweißen gesteuert. Die Eiweiße müssen eine gefaltete Struktur aufweisen, damit sie korrekt arbeiten können. Details dieser Proteinfaltung werden gerade noch erforscht, grundlegende Ablaufe sind aber bereits bekannt: Mit zunehmendem Alter kann die richtige Form und Faltung der Eiweiße gestört sein. Das führt dazu, dass sie Aufgaben nicht mehr ausführen können. Teilweise klumpen sich falsch gefaltete Eiweiße auch zu unlöslichen Aggregaten zusammen. Diese Abfallprodukte sammeln sich in der Zelle oder ihrer unmittelbaren Umgebung an und beeinträchtigen so möglicherweise das reibungslose Funktionieren der Zelle. Altersbedingte Erkrankungen können die Folge sein. 5. Reaktion der Zellen wird schlechter Herrscht ein Überangebot an Nährstoffen, wie bei Diabestes oder Fettleibigkeit, reagieren die Zellen schlechter auf sie, produzieren weniger Energie und die Zellfunktionen werden beeinträchtigt. Dieser Prozess tritt auch während der Alterung auf und führt dazu, dass Zellen wichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Energieproduktion, nicht mehr vollständig regulieren können. 6. Balance der ROS geht verloren Die sogenannten Mitochondrien (Kraftwerk der Zelle) produzieren Mithilfe von Sauerstoff Energie. Dabei entstehen reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Sind zu wenige ROS vorhanden, werden Zellstrukturen nicht ausreichend repariert. Zu viele ROS schädigen allerdings das Erbgut. Die gesunde Balance ist im Alter häufig gestört. 7. Gefährliche Stoffe werden abgesondert Zellen, die sich zum Beispiel aufgrund von Erbgutschäden nicht mehr teilen können, sondern gegebenenfalls schädliche Substanzen ab. 8. Weniger Stammzellen werden geteilt Stammzellen sorgen dafür, dass Zellen von Geweben und Organen erneuert werden. Ihre Fähigkeit, sich zu teilen, nimmt mit dem Alter ab. 9. Zellen-Kommunikation nimmt ab Zellen verlieren im Laufe des Lebens die Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Dies beeinträchtigt zum Beispiel das Immunsystem, weshalb defekte Körperzellen oder Krankheitserreger nicht mehr effektiv beseitigt werden.

    Sie können nicht verhindern, dass ein geliebter Mensch altert – der gehört zum Leben dazu. Sie können aber dazu animieren, dass Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger einen gesunden Lebensstil pflegt, um gesund zu altern. Der Mensch verliert zum Beispiel bis zum 80. Lebensjahr etwa 30 bis 50 Prozent der Muskelmasse, wenn keine Gegenmaßnahmen wie und eine in den Alltag integriert werden.

    Wie Forschende der herausfanden, reicht schon ein kurzer täglicher aus, um die Lebenserwartung eines älteren Menschen zu erhöhen. Die Bewegung an der frischen Luft tut außerdem dem Körper und der Seele gut. Also nehmen Sie sich die Zeit, mit Ihren Liebsten eine Runde zu gehen. Wenn Ihre angehörige Person noch einen Schritt weiter gehen möchte, wäre Ausdauertraining eine geeignete Option. Regelmäßiges, oder wirken sich positiv auf die Gelenke aus und unterstützen das Herz-Kreislauf-System.

    Allgemein gilt: Helfen Sie Ihren Angehörigen, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren – sei es auch nur, die Treppe, anstatt den Aufzug zu nehmen. Gestärkte Muskeln helfen auch dabei, gefährliche Stürze zu verhindern. Neben Bewegung spielt auch eine eine große Rolle, um möglichst gesund zu altern.

    • Das Problem ist, dass ältere Menschen häufig wenig Appetit oder Motivation zum Kochen und Essen haben oder Krankheiten und Medikamente das Essen erschweren.
    • Hinzu kommt, dass die meisten Menschen im Alter einen abnehmenden Geruchs- und Geschmackssinn haben.
    • Selbst frühere Lieblingsspeisen werden dann als langweilig oder schlecht gewürzt empfunden.

    Für Angehörige ist es besonders schwer, wenn ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr essen möchte oder die Lust am Essen verliert. Als Angehöriger oder Angehörige fürchtet man aufgrund des fehlenden Appetits eine einseitige Ernährung des alternden Familienangehörigen.

    • Besonders, wenn Seniorinnen und Senioren zusätzlich an einer eingeschränkten Kaufähigkeit oder Schluckproblemen leiden, kann sich die geringe Nahrungsaufnahme schnell zu einer Mangelernährung entwickeln.
    • Daraus entstehen wiederum weitere Probleme, unter anderem wird der Muskelschwund beschleunigt.
    • Umso wichtiger ist es, dem Appetitmangel entgegenzuwirken.

    Diese Praxistipps können helfen, den Appetit zu fördern:

    Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre, beispielsweise mit einem schön gedeckten Tisch. Ermöglichen Sie Mahlzeiten in Gesellschaft. Bieten Sie mindestens fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt sowie eine Spätmahlzeit (zum Beispiel mit Joghurt, Obst oder Käse) an. Fragen Sie nach den aktuellen Wünschen und Vorlieben und versuchen Sie diese so gut es geht zu erfüllen. Stellen Sie Zwischenmahlzeiten bereit, zum Beispiel Obst, Gebäck oder Käsewürfel. Gegebenenfalls können kalorienhaltige Getränke (auch Trinknahrung genannt) die Ernährung unterstützen. Dabei handelt es sich um ein gebrauchsfertiges Getränk mit einem hohen Gehalt an Vitaminen, Kalorien, Mineralstoffen und Eiweißen. Es unterstützt dabei, eine Mangelernährung vorzubeugen. Falls Seniorinnen oder Senioren Schwierigkeiten mit dem Kauen oder Schlucken haben, ist es wichtig, die Mahlzeiten in der Konsistenz anzupassen. Vorausgesetzt, die zu Pflegenden tragen eine Zahnprothese, sollten Sie diese regelmäßig auf den richtigen Sitz kontrollieren, da das Kauen sonst unangenehm werden kann.

    Klären Sie gegebenenfalls mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, ob spezielle Nahrung aus der Apotheke mit einem extra hohen Kaloriengehalt den Speiseplan ergänzen sollte. Das Altern macht nicht nur dem Körper zu schaffen, auch psychische sowie soziale Folgen können damit einhergehen. Psychische Belastungen sind zum Beispiel die abnehmenden körperlichen Kräfte, das schlechter werdende Gedächtnis, Erkrankungen und der Tod von Bezugspersonen.

    Betroffene könnten sich außerdem aufgrund fehlender Mobilität und wenig bis keiner sozialen Kontakte einsam fühlen. Einsamkeit ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Dazu kann im höheren Alter die Verwundbarkeit für psychische Erkrankungen zunehmen. Grund können schwierigere Lebensumstände, beispielsweise durch körperlichen Beeinträchtigungen oder das Versterben des Ehepartners oder der Ehepartnerin, sein.

    , Angststörungen und Verwirrtheit (Delir) zählen dabei zu den häufigsten psychischen Problemen des Alters. Jede Person möchte das Gefühl haben, trotz des hohen Alters immer noch gebraucht zu werden. Deswegen ist es hilfreich, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, in dem die Eigenständigkeit gestärkt und gefördert wird.

    Das kann gelingen, indem Sie sie dabei unterstützen, sich selbst anzuziehen oder zu waschen. Besonders, wenn das soziale Umfeld Ihrer Angehörigen immer kleiner wird und von Tag zu Tag sowohl die körperliche als auch geistige Fitness abnimmt, ist Ihre Unterstützung gefragt. Schon kleine Dinge können einen Unterschied machen.

    Hier finden Sie ein paar Beispiele:

    Sorgen Sie für Ablenkung und Austausch: Unterhalten Sie sich mit Ihrem oder Ihrer Angehörigen oder spielen Sie gemeinsam ein Spiel. Seien Sie mit ihrem geliebten Menschen geduldig. Geben Sie ihm zum Beispiel Zeit, auf gestellte Fragen zu reagieren – auch wenn es mal etwas länger dauert. Versuchen Sie zudem, ein mitunter verletzendes Verhalten nicht persönlich zu nehmen oder es der Person nicht nachzutragen. Unterstützen Sie Ihr Familienmitglied,, Dabei können verschiedene Freizeit- und Bildungsangebote helfen. Bei diesen können soziale Kompetenzen wieder mehr zum Vorschein kommen, was das Selbstvertrauen stärkt. In einer vertrauten Umgebung fühlt sich Ihr Familienmitglied am wohlsten. Deshalb sind feste Gewohnheiten hilfreich. Sorgen Sie für Struktur und einen festen Tagesablauf. Falls doch größere Veränderung der Umgebung oder einer pflegenden Person nötig ist, nehmen Sie diese so langsam und behutsam wie möglich vor.

    Warum Erzählen Alte Menschen Immer Das Gleiche © iStock / ClarkandCompany Wenn alte Menschen abbauen, kann es helfen, sie abzulenken und sich mit ihnen auszutauschen, beispielsweise durch ein gemeinsames Kartenspiel. Der Umgang mit einer älteren Person, die sowohl körperlich als auch geistig abbaut, kann sehr anstrengend sein und bringen.

    Nehmen Sie sich darum unbedingt auch Zeit für sich oder bitten Sie befreundete Personen um Hilfe. Auch ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein. Wenn Sie trotz all der Mühe das Gefühl haben, überfordert mit der Situation zu sein, ist es unbedingt wichtig, sich Hilfe und Unterstützung im Alltag zu suchen.

    So können Sie zum Beispiel die Hilfe in Anspruch nehmen. Und falls es mittlerweile unmöglich scheint, ihren geliebten Menschen zu Hause zu pflegen – sei es wegen zeitlichen Gründen oder weil Sie sich zu überfordert fühlen – wäre eine wie eine teilstationäre- oder stationäre Pflege eine Überlegung wert.

    Viele alte Menschen leiden an den Lebensumständen, die das Alter mit sich bringen. Der Sinn des Lebens ist für manche Personen womöglich trotz des tatkräftigen Einsatzes von Angehörigen oder Pflegenden nicht mehr erkennbar. Der Wunsch nach dem eigenen Tod wächst womöglich und Hilfe wird abgelehnt. Hat ein alter Mensch seinen Lebensmut verloren, ist das auch für die Angehörigen ein einschneidendes Erlebnis.

    Sie sind irritiert und bekommen Angst, wenn ein vormals agiler Mensch plötzlich resigniert. Wenn Ihre geliebte Person sich nicht mehr von Ihnen helfen lassen möchte, kann in vielen Fällen eine therapeutische Hilfe Erleichterung bringen. Alle Beteiligten können sich hier gehört und ernst genommen fühlen.

    Was verändert sich psychisch im Alter?

    Besonderheiten psychischer Störungen im Alter – Die häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter sind Depressionen und Demenz. Außerdem treten hier häufig Angststörungen, Schlafstörungen und der Missbrauch von Alkohol und Medikamenten auf. Manien und schizophrene bzw. wahnhafte Störungen kommen im höheren Alter dagegen eher selten vor.

    Warum werden alte Menschen so bösartig?

    Warum werden Demenzerkrankte aggressiv? – Menschen mit Demenz schätzen Situationen oft anders als ihre Mitmenschen ein. Sie haben manchmal Schwierigkeiten, sich richtig auszudrücken, sind leichter gestresst, verängstigt, überfordert und frustriert. Das liegt bei einer Demenz daran, dass sich bestimmte Gehirnregionen verändern, die beispielsweise für die Impulskontrolle zuständig ist.

    Warum werden Eltern im Alter komisch?

    Die Wichtigkeit unserer Eltern schwindet also mit dem Älterwerden nicht, sondern wächst. Geht es nach der Soziologin, kann man es aber lernen, zu akzeptieren, dass es Zeiten geben wird, in denen unsere Eltern uns mehr brauchen werden als wir sie. Dabei verändert sich natürlich auch die Rolle zwischen Eltern und Kind.

    Warum werden alte Menschen dünn?

    Wie entsteht ein ungewollter Gewichtsverlust? – Die Gründe für einen ungewollten Gewichtsverlust im Alter sind vielfältig. Verdauungsprobleme, Infekte, Krankenhausaufenthalte, Appetitlosigkeit, Einsamkeit und Depressionen, ungünstige Ernährung, Schluckbeschwerden oder Schmerzen führen häufig zur unbeabsichtigten Gewichtsabnahme.

    1. Gewichtsverlust ist ebenfalls ein häufiges Symptom chronischer Krankheiten.
    2. Egal welche Ursache vorliegt: Gewichtverlust sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
    3. Denn je früher er gestoppt wird, desto besser für Gesundheit und Lebensqualität.
    4. Es besteht die Gefahr, in einen Teufelskreis der Mangelernährung zu rutschen.

    Dabei führt das Zusammenwirken von Appetitlosigkeit und verminderter Nahrungsaufnahme zu immer weiterem Verlust von Körpersubstanz und zur fortschreitenden Verschlechterung des Ernährungs- und Gesundheitszustandes. Verlieren Menschen ohne eigenes Zutun mehr als 5 % ihres Körpergewichts in 3 Monaten oder mehr als 10 % in 6 Monaten, sollte dringend mit einem Arzt darüber gesprochen werden.

    Wieso werden viele ältere Menschen verbittert?

    Wenn Alter nur Einstellungssache ist, warum hadern wir so mit dem Älterwerden? Weil das Alter – vordergründig – keinen Vorteil bringt. Zumindest ist das in unserer Gesellschaft so. Klar, dass dann alle jung sein wollen. Unter diesen Umständen kränkt das Altwerden.

    • Heute will niemand mehr groß sein oder werden.
    • Das ist die Folge davon, wenn die Kinder immer ins Zentrum gestellt werden.
    • Die Eltern und eigentlich alle Erwachsenen sind in solchen Systemen die armen Schweine.
    • Heute bleiben daher nicht selten auch 60-Jährige vorsichtshalber in der Dauerpubertät.
    • Welche Haltung braucht dann eine Gesellschaft, in der Altwerden nicht mehr kränkt? Wahrscheinlich das, was auch die Menschen als Individuen in ihrer Weiterentwicklung brauchen: Situationen, in denen wir uns dekonstruieren müssen, die dann eine Neuerfindung begründen und notwendig machen.

    Wenn dieser Bruch da ist, müssen neue Wege gefunden werden. Nach meinem Gefühl sind wir in unserer Gesellschaft knapp davor, aber noch nicht soweit. Es ist wie mit dem Bruch durch die Finanzkrise. Das Wirtschaftssystem wurde zwar erschüttert, aber nicht genug, um uns daran zu hindern, so weiterzumachen wie bisher.

    • Was muss denn passieren, dass sich eine neue Haltung ihre Bahn bricht? Wir haben uns – im historischen Rückspiegel betrachtet – von einer Weisheitskultur zur Wissenskultur entwickelt.
    • Eine Rückbesinnung ist nötig.
    • Ein Zurück in die Vergangenheit, sondern hin zum unschätzbaren Wert der Weisheit trotz der Verführung, die das Wissen darstellt.

    Was macht eigentlich weise? Nur die Zahl der Lebensjahre? Gibt es Weisheit nur mit weißem Haupt? Jedenfalls ist Weisheit nicht ohne Erfahrung möglich. Die Fähigkeit, Traumatisierendes zu verarbeiten, bringt die Weisheit. Körperlich alte Menschen sind daher durchaus nicht immer weise.

    • Viele alte Menschen haben keine Weisheit, weil sie verbittert sind.
    • Verbitterung ist das Resultat von Verletzungen, die unverarbeitbar waren.
    • Die Weisen erkennt man an ihrer Heiterkeit, an ihrer Gelassenheit.
    • Die Weisheit ist auch die bestmögliche Vorbereitung auf den unvermeidlichen Worst Case, den eigenen Tod.

    Sie sprechen das Sterben an – ist die Angst vor dem Alter nicht nur eine schwächere Variation der großen Angst vor dem Tod? Für die menschliche Psyche gilt grundsätzlich: Wenn die Möglichkeit fehlt, adäquat zu reagieren, wächst die Angst. Das gilt für beide Ängste, die übrigens durch unsere westliche Kultur der Individualisierung forciert werden.

    • Der Tod ist in unserer Kultur nicht mehr Teil des Lebens.
    • Ich kann das als Psychiater beobachten: Wenn sie das Ende kommen spüren, dann versuchen Sterbende noch einmal wegzulaufen.
    • Nun, wenn der Tod nicht zum Davonlaufen ist – wie entscheidet sich, ob man weise oder verbittert altert? Das Leben kommt durch das Überleben.

    Wenn wir einsehen, dass der Überlebenskampf im Leben keinen Sinn ergibt, dann erst können wir unser Leben genießen. Wie ich schon vorher sagte: Dabei kommt es darauf an, wie man überlebt, wie man mit existenziellen Erfahrungen, mit existenziellem Scheitern umgeht.

    • Verbitterung kommt aus dem Widerspruch zum eigenen Schema.
    • Die existenziellen Erfahrungen werden gemacht, aber die Menschen öffnen sich nicht dazu.
    • So bleibt man stehen.
    • Die Weisen nehmen auch Einbrüche im Leben an und entwickeln sich weiter.
    • Das macht nicht nur den Unterschied zwischen gelassen und verbittert, sondern auch zwischen alt und reif.

    Die Verbitterten sind zwar alt geworden, aber nicht reif. Neben dem richtigen Umgang mit den Brüchen im Leben – gibt es noch etwas, das ein Alter in Weisheit von einem Alter in Verbitterung unterscheidet? Es klingt einfach und ist doch schwer: Das Leben lebendig leben.

    1. Es ist die Intensität des Lebens, die entscheidet.
    2. Der weise Mensch ist der leidenschaftliche Mensch.
    3. Und wie beantwortet der weise Mensch die Frage nach dem Sinn des Lebens? Der Sinn des Lebens ist, sinnlich zu leben.
    4. Wer sinnlich lebt, der fragt auch nicht mehr nach Sinn.
    5. Der weise Mensch ist auch der im besten Sinn bedingungslose Mensch.

    Er ist frei von Zwängen und Abhängigkeiten. Den Anspruch, immer noch etwas werden zu wollen, hat er abgelegt. Er ist einfach, das Sein bestimmt ihn. Weisheit ist auch die letztgültige Freiheit. Zum Schluss zurück zur gesellschaftlichen Perspektive. Was brauchen wir, um eine Gesellschaft zu werden, die das Altern und damit die Weisheit willkommen heißt? Die entscheidende Ressource ist menschliche Wärme.

    • Ideen, Motivation und Wissen gibt es genug in unserer Gesellschaft.
    • Was sie braucht, ist mehr Warmherzigkeit, das größte Mangelgut.
    • Das macht alte Menschen wieder attraktiv.
    • Eine weise Kultur ist eine warme Kultur.
    • Wir brauchen auch mehr Vorbilder.
    • Die weisen Alten müssen vor den Vorhang.
    • Vorbilder machen spürbar, dass es geht.

    Am Temperaturgrad werden wir nicht gemessen, sondern an der Leistungsfähigkeit, könnten Verteidiger des Status quo einwenden. Was sagen Sie denen? Wissen ohne Weisheit ist blöd. Dass Blödheit die Leistungsfähigkeit steigert, wäre mir neu. Die Reife einer Gesellschaft hingegen ist jedenfalls ein Wettbewerbsvorteil.

    In welchem Alter hört man am besten?

    Während eine Person in ihren Zwanzigern in der Lage ist, bis zu 17.000 Hz oder mehr zu hören, sinkt diese Fähigkeit in ihren Dreißigern auf etwa 16.000 Hz ab. Im Alter von 50 Jahren ist der Hörbereich in der Regel auf etwa 12.000 Hz gesunken.

    Welche Töne hört man im Alter schlechter?

    Schwerhörigkeit im Alter Das Wort gehört zur Hälfte dem, welcher spricht, und zur Hälfte dem, welcher hört.» Reden und Zuhören sind zwei Seiten derselben Medaille. So machte uns der französische Denker und Schriftsteller Michel de Montaigne schon 1580 darauf aufmerksam, wie wichtig das Gehör für die Verständigung ist, Warum Erzählen Alte Menschen Immer Das Gleiche Hören ist eine soziale Fähigkeit, die uns ermöglicht, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Dank unseres Gehörs lernen wir überhaupt erst sprechen und uns mit Worten mitzuteilen. Stimmungen und Gefühle wie Wut, Verwunderung oder Ironie hören wir anhand der Lautstärke, Tonhöhe oder Sprachmelodie der Sprechenden heraus.

    Der Gehörsinn informiert uns über Ereignisse in unserer Umwelt, die wir nicht bemerken würden, wenn wir nur unsere Augen hätten: der singende Nachbar im Garten, der bellende Hund zwei Straßen weiter, das schwache Dröhnen eines Flugzeugs hoch oben am Himmel. Unsere Ohren fangen zahlreiche Informationen ein, die den Augen verborgen sind.

    Viele Signale nehmen wir nur durch Hören wahr, ob nun das Telefon klingelt oder ein herannahendes Auto hupt. In die Hände klatschen, pfeifen oder mit dem Bleistift auf den Tisch trommeln sind Aktivitäten, die Geräusche erzeugen. Das liegt daran, dass Gegenstände zum Vibrieren gebracht werden.

    Die Vibrationsenergie versetzt die umliegenden Luftmoleküle in Schwingung: Es entstehen Schallwellen. Gelangen die Schallwellen über das äußere Ohr via Mittelohr ins Innenohr, werden sie dort in Nervenimpulse umgewandelt, die unser Gehirn verarbeiten kann. Wir erleben einen hörbaren Sinneseindruck. Im Innenohr befindet sich unser eigentliches Hörorgan, die Hörschnecke.

    Es handelt sich dabei um einen zusammengerollten Schlauch, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Hier sitzen auch die Rezeptoren, die für das Hören verantwortlich sind: die sogenannten Haarzellen mit ihren Sinneshärchen. Versetzt nun eine eintreffende Schallwelle die Hörschnecken-Flüssigkeit in Bewegung, übersetzen die Sinneszellen die mechanischen Schwingungen in elektrophysiologische Signale.

    1. Diese Nervenimpulse gelangen über den Hörnerv zum Hirn, sodass wir etwas Hörbares wahrnehmen.
    2. Ab dem 50.
    3. Lebensjahr nimmt das Hörvermögen bei vielen Menschen ohne erkennbaren Grund langsam ab.
    4. Betroffene beginnen, hohe Töne wie Kinderstimmen, Vogelgezwitscher oder die Türklingel zu überhören.
    5. Später können ihnen auch die mittleren und tiefen Töne entgehen.

    Einem Gespräch in geräuschvoller Umgebung zu folgen, fällt zunehmend schwerer. Wir sprechen von Altersschwerhörigkeit, die Mediziner vor allem auf Verschleißerscheinungen der Sinneshaarzellen zurückführen. Diese wachsen nämlich nicht nach. Die genauen Ursachen der Altersschwerhörigkeit sind noch ungeklärt.

    • Studien zeigen, dass Angehörige von Naturvölkern mit siebzig Jahren genauso gut hören wie dreißigjährige Städter.
    • Und Personen, die ihr Leben in einer sehr ruhigen Umgebung verbracht haben, weisen im Alter kaum bis gar keine Anzeichen von Schwerhörigkeit auf.
    • Offenbar summiert sich jeder kleine Schaden, der durch Lärmbelastung im Laufe der Zeit entsteht.

    Der Alterungsprozess des Gehörs ist wahrscheinlich das Ergebnis aller schädlichen Einflüsse während des ganzen Lebens. Weitere Einflussfaktoren, die Altersschwerhörigkeit begünstigen, sind Genussgifte wie Nikotin, Erkrankungen wie Diabetes, Medikamente wie Antibiotika sowie genetische Veranlagung.

    • Altersschwerhörigkeit entwickelt sich schleichend und ist nicht heilbar.
    • Abhilfe schafft ein Hörgerät.
    • Wichtig ist, dass es möglichst früh zum Einsatz kommt, denn Schwerhörigkeit führt zu sozialem Rückzug, Einsamkeit und Isolation.
    • Betroffene fühlen sich im Kontakt mit anderen Menschen oft verunsichert, ziehen sich unbewusst zurück, werden mitunter sogar depressiv.

    Das Gehirn bekommt immer weniger Eindrücke, baut Nervenverbindungen ab, verlernt zu verstehen. Damit steigt auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Hörprobleme zu ignorieren oder zu bagatellisieren ist auch im fortgeschrittenen Alter riskant. Wer häufig gesagt bekommt: „Stell doch mal den Fernseher leiser!», tut gut daran, schleunigst den HNO-Arzt aufzusuchen.

    Warum lügen Demenzkranke so viel?

    Eine beruhigende Ablenkung/Tätigkeit vorschlagen: – Oft kann Reden die Situation nicht entschärfen. Dann ist es hilfreich, eine Tätigkeit vorzuschlagen von der man weiss, dass sie der Biographie und Persönlichkeit des Betroffenen entspricht und ihn so behutsam aus der panikauslösenden Situation befreien. Aktiv etwas tun ist ein hilfreiches Mittel, kreisende Gedanken zu unterbrechen. Beispiele:

    Kochen wir uns einen Kaffee! Komm, wir malen ein Bild! Komm, wir schauen uns den Bildband mit den Bäumen an!

    Da sich eine demenzkranke Person oft unsicher fühlt und von Ängsten geplagt wird, sucht sie die ständige Nähe einer Bezugsperson und klebt dieser buchstäblich an den Fersen. Dies kann für Angehörige sehr belastend sein, sie reagieren genervt und hoffen, mit einer Lüge schneller aus der Situation «fliehen» zu können.

    Laut Christine Riesner, MScN, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE), hat Lügen keinen therapeutischen Nutzen. Denn der betroffene Mensch ist schicksalshaft abhängig von der aufrichtigen und wohlwollenden Unterstützung und dem Anspruch nicht alleine gelassen zu werden. Für Angehörige ist diese Betreuung über längere Zeit kaum alleine zu bewältigen und sie laufen in Gefahr, ein Burnout zu erleiden.

    Deshalb empfehlen wir von Qualis Vita frühzeitig professionelle Hilfe und Unterstützung zu holen. Unser geschultes Personal bringt Geduld, Empathie und das nötige Fachwissen mit. Unser Betreuungsansatz beruht auf einer eins-zu-eins-Betreuung. Wir berücksichtigen neben der Neuropathologie die Persönlichkeit und Biographie des Erkrankten.

    Insbesondere orientieren wir uns an den emotionalen Bedürfnissen des Demenzkranken und an der Werteorientierung der personenzentrierten Pflege. Wir dienen pflegenden Angehörigen mit Edukations- und Unterstützungsprogrammen, wie z.B. Anleitung zu Kommunikationstechniken, Erinnerungspflege und Stressbewältigung.

    Zudem vernetzen wir rechtzeitig mit regionalen Unterstützungsangeboten. Gemeinsames Ziel ist, dass Angehörige und Betroffene bis am Schluss ein Stück Lebensfreude miteinander teilen können.

    Warum erklären wir die Vergangenheit?

    Die Vergangenheit wirkt auf die Gegenwart. – Denken wir an unsere Kindheit zurück, erinnern wir uns hauptsächlich an die positiven Seiten. Psychologen vermuten darin einen wichtigen Effekt: Wir sehen die Vergangenheit besser als sie war, um an der Gegenwart nicht zu verzweifeln. Hätten wir ein realistisches Gedächtnis, würden wir Erinnerungen so abspeichern, wie sie waren – und das bedeutet eben nicht immer positiv. Mit schlechten Erinnerungen in die Zukunft zu starten, kann uns aber belasten und uns sogar davon abhalten, neue Erfahrungen zu machen aus Angst davor, etwas Negatives zu erfahren und/oder zu scheitern. Ein Beispiel: Sie haben bei Ihrem vorherigen Arbeitgeber schlechte Erfahrungen gemacht. Die Mehrzahl der Überstunden, die Sie geleistet haben, wurde Ihnen nicht vergütet und einen Überstundenausgleich gab es auch nicht dafür. Das hat Sie derart verärgert, dass Sie schließlich gekündigt haben. Natürlich beschäftigt Sie diese Erfahrung noch einige Wochen und Monate, aber nach einiger Zeit, wird sie langsam verblassen – und das ist auch gut so. Wenn Sie damit nämlich nicht abschließen, belasten Sie ihr neues Arbeitsverhältnis damit.

  • Warum alte Menschen so viel reden?

    Vor einiger Zeit, als noch Boulevard Bio im Fernsehen lief, war ein 18-jähriges Mädchen, Katharina, zu Gast, das an Mukoviszidose litt. Katharina ist inzwischen gestorben. Damals, zu Bio, kam sie mit ihrem Freund. Alfred Biolek las eine Frage von seiner Karte ab: »Streitet ihr auch manchmal?« Katharinas Freund zögerte und antwortete schüchtern: »Schon.« Darauf Biolek, geistesabwesend: »Ach, ja, schön.« Das Publikum buhte, Biolek las die nächste Frage von seiner Karte ab.

    Hier hatte einer nicht zugehört, und das ärgerte die Zuschauer. Immerhin. Denn das Zuhören, darüber sind sich die Theoretiker einig, gerät ins Abseits in einer Gesellschaft, die immer selbstbezogener, schneller, effizienter ist, in der alle unter Druck arbeiten, lesen, essen, sprechen, Zuhören ist etwas Langsames, es signalisiert Interesse an der Welt, Interesse an anderen.

    Und widerspricht damit einer dominanten Kultur. Die Erinnerung schwindet, dass das Zuhören Bestandteil eines Lebens in der Gesellschaft ist. »Wenn jemand heute hören würde, dann – leider – vor allem in sich selbst hinein«, sagt die Berliner Erziehungswissenschaftlerin Christina Thürmer-Rohr.

    1. »Viele Menschen reden und reden und halten es für selbstverständlich, dass alle Welt ihnen zuhört.« Der Mensch, so scheint es, entwickelt sich im Laufe seines Lebens vom guten zum schlechten Zuhörer.
    2. Bei alten Menschen fällt auf, dass sie in der Regel nur noch reden und nicht mehr zuhören wollen.
    3. Und das liegt nicht bloß daran, dass ihre Oh-ren oft schlecht geworden sind, aber es verstärkt den Eindruck, dass sie das Zuhören verlernt haben.

    Zu Beginn des Lebens ist es genau anders herum: Zuzuhören ist die einzige Möglichkeit des Menschen, in Kontakt mit seiner Umwelt zu treten: Das Baby horcht auf die näher kommenden oder sich entfernenden Schritte der Mutter und entwickelt daraus eine erste Logik; es hört die vertraute Stimme, die zärtliche Laute von sich gibt und eine Sprache spricht; es erlernt diese Sprache dann selbst, indem es die Mutter imitiert.

    Das Zuhören ermöglicht Orientierung, erschafft einen Lebensraum, in dem das Baby sich geborgen fühlt, weil es die Geräusche wiedererkennt, die ihm immer vertrauter sind. Jedes Kleinkind hört begeistert Geschichten zu. Ich habe meinem Sohn, als er zwei Jahre alt war, sicher hundertfünfzig Mal den König der Löwen vorgelesen.

    Er hat mir auch beim hundertundfünfzigsten Mal hochkonzentriert zugehört und es sind ihm immer neue Fragen zu dem Buch eingefallen. Ich hingegen wusste manchmal nicht einmal, an welcher Stelle wir gerade waren. Zum Glück hat mein Sohn immer aufgepasst wie ein Luchs.

    Wie denken Menschen im Alter?

    Ältere Menschen empfanden Ältere als weniger rigide und als geringere gesellschaftliche Bürde, dafür als umso weiser. So schrieben unter den bis 35-Jährigen 73.4% älteren Menschen eine hohe Weisheit zu, bei den 36- bis 65-Jährigen waren es 82.4 % und bei den mindestens 66 Jahre Alten 92.1%.

    Was erzählen Demenzkranke?

    Im Kopf eines Demenzkranken | Leben mit der Krankheit Eine Demenz geht weit über den Verlust der geistigen Fähigkeiten hinaus. Sie beeinträchtigt die Wahrnehmungen, das Verhalten und Erleben der Betroffenen – das gesamte Sein des Menschen. In der Welt, in der sie leben, besitzen die Dinge und Ereignisse oft eine völlig andere Bedeutung als in der Welt der Gesunden.

    1. Die Betroffenen vereinsamen innerlich, da ihnen keiner in ihrem Erleben der Welt mehr zu folgen vermag.
    2. Manchmal stelle ich mir seltsame Fragen.
    3. Wenn ich keine Frau mehr bin, warum fühle ich mich wie eine? Wenn das Festhalten keinen Sinn mehr hat, weshalb will ich es denn mit aller Gewalt? Wenn meine Sinne nichts mehr empfinden, warum genieße ich dann immer noch das Gefühl von Satin und Seide auf meiner Haut? Wenn ich nicht mehr sensibel bin, weshalb bringen bewegende Liedertexte Saiten in mir zum Klingen? Jedes einzelne Molekül in mir scheint in die Welt herauszuschreien, dass ich existiere und dass diese Existenz für irgendeinen Menschen von Wert sein muss.

    Diana Friel McGowin, 1994, US-amerikanische Autorin und Alzheimer-Patientin Niemand weiß wirklich, wie es in einer an Demenz erkrankten Person aussieht, denn nur im Anfangsstadium der Krankheit können sich die Betroffenen selbst mitteilen. Später müssen die Angehörigen erfühlen, wie es dem erkrankten Menschen geht, was er benötigt und was ihm guttut.

    1. Für die Betreuenden bedeutet das, dass sie sich in die Welt der Betroffenen begeben müssen, um von ihnen verstanden zu werden.
    2. Um in Kontakt mit ihnen zu bleiben, müssen sie sich in deren Situation einfühlen und auf diese Weise mit ihnen in Verbindung treten.
    3. Der Schlüssel für etliche Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz liegt in ihrer Biografie verborgen.

    Einschneidende Erlebnisse, persönliche Ängste und Charaktereigenschaften der Betroffenen zu kennen, heißt, sie auch während der Krankheit besser zu verstehen. Deshalb können nahe Angehörige das Verhalten der Erkrankten meist am besten verstehen.

      Gestörte Merkfähigkeit und Gedächtnisabbau „Seit ich an Demenz erkrankt bin, gehe ich nicht mehr gerne unter Leute. Meine Vergesslichkeit ist mir sehr unangenehm. Früher war ich gesprächig und belesen. Heute kann ich mich oft nicht an Dinge erinnern, die erst gestern oder sogar heute passiert sind, und kann mich auf einmal nicht mehr richtig ausdrücken.» Die Schwierigkeit, sich Dinge zu merken, steht in der Regel am Beginn einer Demenzerkrankung. Den Betroffenen gelingt es nicht mehr, neue Informationen im Langzeitgedächtnis zu speichern – sie vergessen Termine, verlegen Gegenstände oder erinnern sich nicht an die Namen entfernter Bekannter. Von einer Demenz Betroffene bemerken ihre Leistungsverluste meist schneller als alle anderen. Oft geraten sie aufgrund ihrer Gedächtnislücken völlig durcheinander und fühlen sich gedemütigt und beschämt. Mithilfe von Merkzetteln oder durch Zurückhaltung in Gesprächen versuchen sie, ihre Vergesslichkeit zu verbergen. Hobbys werden aus vorgeschobenen Gründen aufgegeben, Fehler abgestritten und Angehörige etwa beschuldigt, Geld weggenommen zu haben. Im weiteren Krankheitsverlauf sind sich die Betroffenen ihrer Gedächtnisprobleme immer weniger bewusst. Das Leiden an den Folgen wie beispielsweise dem Verlust von Unabhängigkeit bleibt aber bestehen. Zur schwindenden Merkfähigkeit tritt ein fortschreitender Gedächtnisabbau, zunehmend verblassen auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. In der Folge wird das logische Denken beeinträchtigt, gehen erworbene Fähigkeiten verloren und nimmt das Sprachvermögen ab. Am Ende verlieren die Betroffenen schließlich das Wissen darüber, «wer sie waren» und «wer sie sind». In fehlenden Erinnerungen liegt häufig der Grund für das unverständliche Verhalten der Erkrankten: Wer sich nicht mehr an die Person erinnert, die einem gerade aus den Kleidern helfen möchte, wird sie als Zumutung für seine Intimsphäre empfinden – und sie unter Umständen beschimpfen oder sich weigern, sich auszuziehen. Versetzt man sich jedoch in die Welt der Erkrankten, ist dies durchaus eine verständliche Reaktion. Durch angemessene Reaktionen wie praktische Hilfe der Angehörigen können die negativen Folgen der Gedächtnisstörungen für die Betroffenen zumindest gemildert werden.